Ausbildungsversicherung

16. Januar 2021

Ist der Abschluss einer Ausbildungsversicherung sinnvoll?

Viele Lebensversicherer bezeichnen ihre Produkte als Ausbildungsversicherung, jedoch handelt es sich oftmals nicht um die Form der Versicherung, die wir damit meinen.

Bei der Ausbildungsversicherung handelt es sich um eine Form der Lebensversicherung mit festem Auszahlungszeitpunkt (TermFix-Versicherung). Verstirbt der Versicherte während der Vertragslaufzeit, übernimmt der Versicherer die Beitragszahlung bis zum vereinbarten Vertragsende. An diesem wird dann die vereinbarte Versicherungsleistung ausgezahlt. Neue, moderne Varianten der Ausbildungsversicherung basieren auf einer Fondsgebundenen Rentenversicherung, um die Ertragschancen im aktuellen Niedrigzinsumfeld zu steigern. Die Ausbildungsversicherung wird in der Regel in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes für dieses abgeschlossen, um die Kosten für eine spätere Ausbildung (Studium, Meister etc.) zu finanzieren und abzusichern. Stirbt der Versorger während der Vertragslaufzeit, endet die Beitragszahlung und zum Endtermin der Ausbildungsversicherung, z.B. das 20. Lebensjahr des Kindes, wird die vereinbarte Versicherungsleistung ausgezahlt, um ein Studium etc. zu finanzieren.

Aktuell werden am Markt auch noch Ausbildungsversicherungen als klassische, kapitalbildende Lebensversicherung (ursprüngliche Form) mit einem Garantiezins von 0,9% angeboten, der sich indirekt noch durch den Abzug von Kosten reduziert. Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld sehen wir diese Produkte als nicht mehr geeignet an, um ein attraktives Guthaben zur Finanzierung einer Ausbildung aufzubauen.

Wie schon erwähnt basieren neue, moderne Termfix-Varianten der Ausbildungsversicherung auf einer Fondsgebundenen Rentenversicherung. Jedoch werden bei diesen Produkten die Sparbeiträge in Investmentfonds angelegt, um die Ertragsmöglichkeiten zu steigern. Bei einigen Anbietern kann eine Garantie der eingezahlten Beiträge flexibel zwischen 0% - 100% zum vereinbarten Ablauftermin vereinbart werden. Darüber hinaus ist bei der fondsgebundenen Ausbildungsversicherung neben einer einmaligen Kapitalleistung auch optional die Zahlung einer Ausbildungsrente im Sinn eines BAföGs ab dem vereinbarten Ablauftermin möglich, z.B. über einen Zeitraum von 5 Jahren.

Wir erachten die Ausbildungsversicherung in einer modernen, fondsgebundenen TermFix-Variante als sinnvoll für Familien, für welche die Finanzierung einer höher qualifizierenden Ausbildung ihres Kindes grundsätzlich eine Herausforderung darstellt und der Tod des Versorgers die Ausbildung des Kindes gefährden würde. Zudem bietet die fondsgebundene Ausbildungsversicherung die Möglichkeit deutlich höherer Erträge zum vereinbarten Vertragsablauf.

Die Details erfahren Sie nun in unserem Fachbeitrag:

Produktauswahl und Neuabschluss einer Ausbildungsversicherung

Auswahl des richtigen Produktes, worauf Sie beim Vergleich achten müssen

Grundsätzliches

Ausbildungsversicherungen in Form von Fondsgebundene Rentenversicherungen sind erklärungsbedürftige Versicherungsprodukte, die eine umfangreiche Beratung durch einen Versicherungsexperten erfordern. Das gilt nicht nur für die Auswahl der „richtigen“ Fonds, damit Sie am Ende der Vertragslaufzeit ein maximales Guthaben bzw. Ausbildungsrente erzielen, sondern auch für die verschiedenen Garantiemodelle, welche die Lebensversicherer am Markt anbieten. 

Am Markt gibt es grundsätzlich 2 Arten von Ausbildungsversicherungen in Form von Fondsgebundenen Rentenversicherungen, die sich unterscheiden lassen:

Ohne Garantien:
Risiko: Totalverlust möglich
Rendite: Maximale Rendite möglich

Mit Garantien: z.B. frei wählbar zwischen 10% - 100% der eingezahlten Beiträge 
Risiko: Totalverlust nicht möglich, möglicher Verlust kann individuell gedeckelt werden
Rendite: Maximale Rendite für den Teil der Beiträge, der in Fondskauf investiert wird, Rest wird in sicherere Anlagen investiert, um Garantien zu gewährleisten

Bei einem Vergleich der Ausbildungsversicherung in Form einer Fondsgebundenen Rentenversicherungen sollten die folgenden, wesentlichen Punkte berücksichtigt werden:

  • Ist das Kernelement, die Befreiung von der Beitragszahlung bei Tod des Versorgers, im Versicherungsschutz enthalten?
  • Handelt es sich, um ein Produkt mit oder ohne Garantien?
  • Wie hoch sind die Kosten und wie hoch ist die später garantierte Kapitalleistung bzw. garantierte Rentenzahlung für die Ausbildung (Rentenfaktor)?
  • Ist der Rentenfaktor zum Auszahlungstermin garantiert oder wird dieser erst zum Vertragsablauf final festgelegt?
  • Können qualitativ hochwertige Fonds mit guten Ratings und Rankings bzw. sehr guter Kursentwicklung ausgewählt werden?
  • Gibt es ggf. Möglichkeiten, dass meine Fonds vom Versicherer gemanaged und laufend angepasst werden, so dass ich mich um nichts kümmern muss?
  • Kann die Ausbildungsrentendauer variabel festgelegt werden?
  • Kann vor dem Vertragsablaufdatum die Vertragslaufzeit noch verändert und an die voraussichtliche Dauer der Ausbildung angepasst werden?
  • Kann die Ausbildungsrenten-/Kapitalzahlung vorverlegt werden?
  • Sind vielfältige Flexibilitätsoptionen während der Vertragslaufzeit vorhanden (Sonderzahlungen, Auszahlungen, Beitragserhöhungen/-senkungen etc.)?
Wesentliche Prüfpunkte des Versicherungsschutzes für eine Ausbildungsversicherung im Vergleich
(aus unserer Sicht wichtige Deckungen/Leistungen)

Prüfen Sie, ob insbesondere die folgenden Deckungen/Leistungen in der Ausbildungsversicherung enthalten sind:

  • Befreiung von der Beitragszahlung bei Tod des Versorgers
  • Auswahl Kapitalanlage: Einzelfonds (inkl. ETFs), Dachfonds, gemanagte Depots etc.
  • Kostenlose Umschichtung (Shiften) der Fondsanteile sowie Wechsel (Switchen) von Fonds, Depots etc.
  • Nachversicherungsgarantien (Erhöhung Versicherungssumme ohne erneute Risikoprüfung), z.B. wenn Einkommen überdurchschnittlich steigt 
  • Möglichkeit von Sonderzahlungen
  • Möglichkeit von Beitragserhöhungen oder Beitragssenkungen
  • Guthabenentnahmen
  • Vorverlegung der Ausbildungsrenten-/Kapitalzahlung
  • Anpassung der Vertragslaufzeit vor dem Auszahlungstermin an den voraussichtlichen Start der Ausbildung
  • Beitragsbefreiung auch bei Berufsunfähigkeit des Versorgers
  • Bei Unfalltod doppelte Auszahlung der Versicherungssumme
  • Kostenloses Ablaufmanagement in den letzten Jahren vor Vertragsende: Stufenweises Umschichten in risikoärmere Fonds, um Wertstabilität sicher zu stellen
  • Wahloption zwischen Kapitalleistung oder Ausbildungsrente

Wie Sie Beiträge für eine Ausbildungsversicherung schon bei Vertragsabschluss sparen

Zahlweise des Vertrags entsprechend auswählen

Wenn Sie Ihre Beiträge für eine Ausbildungsversicherung anstatt monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen, verringert sich der zu zahlende Beitrag in der Regel zwischen 2% - 5%.

Zu beachten: Die Beiträge sind immer im Voraus zu zahlen, d.h. zu Vertragsbeginn bzw. zu Beginn einer Versicherungsperiode (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich).

(Die Aussage, dass sich mit einer monatlicher Beitragszahlung und dem damit verbundenen „Cost Average Effekt“ höhere Rendite erzielen lassen, wird von vielen führenden Fondsmanagern nicht bestätigt. Im Gegenteil, diese leiten her, dass „Einmalbeiträge“ zu einem höheren Endvermögen führen)

Optimierung Ihrer bereits bestehenden Ausbildungsversicherung

Vertrag an veränderte Lebenssituationen anpassen

Mit zunehmendem Alter werden verschiedene Lebensphasen durchlaufen bzw. Lebenssituationen verändern sich (z.B. weitere Kinder, Beförderung etc.). Diese Veränderungen erfordern oftmals eine Anpassung des Versicherungsbedarfs. Daher empfiehlt es sich regelmäßig (mind. jährlich) die Ausbildungsversicherung auf Anpassungsbedarfe hin zu überprüfen, beispielsweise:

Ist die aktuell vereinbarte Ausbildungsrente-/Kapitalleistung ausreichend?

  • Z.B. über Nachversicherungsgarantien, eine Erhöhung der Beiträge oder Sonderzahlungen kann die Versicherungsleistung erhöht werden

Startet die Ausbildung/das Studium meines Kindes früher/später?

  • Vorverlegung des Auszahlungstermins oder Verlängerung der Vertragslaufzeit
Dynamische Erhöhungsoption (Dynamik) prüfen

Sofern bei Vertragsabschluss Ihrer Asublidungsversicherung eine dynamische Erhöhungsoption (Dynamik) für die Ausbildungsversicherung vereinbart wurde, sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr jährlich überprüft werden, ob eine Dynamik noch sinnvoll bzw. rentabel ist, da sich die dynamische Erhöhung (= zusätzliche Versicherungssumme/Ausbildungsrente) immer nach dem aktuellen Alter des Versicherten bemisst. D.h. je älter Sie werden, desto geringer fällt die zusätzliche dynamische Erhöhung im Verhältnis zu dem zusätzlichen Beitrag aus, der gezahlt werden muss.

Um zu überprüfen, ob die Annahme einer Dynamik oder ein vollständiger Ausschluss sinnvoll ist, kann grob überschlagen werden, ob die Summe der zusätzlichen Beiträge bis zum Ende der Vertragslaufzeit, die Erhöhungsleistung durch die Dynamik übersteigt. 

Zahlweise des Vertrags ändern, um Beiträge zu sparen

Wenn die Beiträge für die Ausblidungsversicherung anstatt monatlich zukünftig, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich gezahlt werden, verringert sich der zu zahlende Beitrag in der Regel zwischen 2% - 5%.

Zu beachten: Die Beiträge sind immer im Voraus zu zahlen, d.h. zu Vertragsbeginn bzw. zu Beginn einer Versicherungsperiode (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich).

(Die Aussage, dass sich mit einer monatlicher Beitragszahlung und dem damit verbundenen „Cost Average Effekt“ höhere Rendite erzielen lassen, wird von vielen führenden Fondsmanagern nicht bestätigt. Im Gegenteil, diese leiten her, dass „Einmalbeiträge“ zu einem höheren Endvermögen führen).

Für die Fondsgebundene Ausbildungsversicherung: Ausgewählte Fonds regelmäßig überprüfen (Shiften und Switchen)

Sofern Sie kein gemanagtes Depot ausgewählt haben, wo die Fondszusammensetzung aktiv, je nach Lage von Politik und Wirtschaft etc., angepasst wird, sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob sich der Kurs der ausgewählten Fonds zufriedenstellend entwickelt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie entweder den Beitrag zukünftig komplett in andere Fonds investieren, die alten Fondsanteile bleiben erhalten (Switchen) oder alle Fondsanteile verkaufen und diesen Betrag sowie die zukünftigen Beiträge in andere Fonds investieren (Shiften). 

Das ist vor allem sinnvoll, wenn man glaubt, dass sich z.B. bestimmte Regionen, Rohstoffe oder Industrien überdurchschnittlich entwickeln werden.

Wie Sie Guthaben aus Ihrer Ausbildungsversicherung entnehmen können 

Policendarlehen

Durch ein Policendarlehen können Sie vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit ca. 70% - 90% Ihres aktuellen Vertragsguthabens aus der Ausbildungsversicherung entnehmen. Wenn Sie eine Zusatzversicherung eingeschlossen haben, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Bei einer klassischen, kapitalbildenden Ausbildungsversicherung müssen, wie bei einem Bankdarlehen Zinsen an Ihren Lebensversicherer gezahlt werden, solange das Policendarlehen besteht. Bei der fondsgebundenen Ausbildungsversicherung müssen keine Zinsen für ein Policendarlehen gezahlt werden. 

Das Darlehen können Sie entweder bis zum Vertragsablauf bestehen lassen, dann wird die Höhe der Versicherungsleistung entsprechend reduziert oder Sie können es jederzeit zurückzahlen. Ein Darlehensangebot inkl. Konditionen können Sie bei Ihrem Versicherungsexperten oder direkt beim Versicherer anfragen.

WICHTIG, sofern Sie eine Fondsgebundene Ausbildungsversicherung abgeschlossen haben: 
Wenn Sie an ein Policendarlehen denken, sollten Sie dieses bei hohen Kursen Ihrer bereits erworbenen Fondsanteile in Anspruch nehmen, da dadurch die Auszahlungssumme höher ist. Umgekehrt, sofern Sie die entnommenen Fondsanteile wieder in den Vertrag irgendwann rückzahlen möchten, machen Sie dies, wenn die Kurse Ihrer Fondsanteile tief stehen. Dadurch kann es sein, dass Sie z.B. heute 100 Fondsanteile im Wert von 10.000 EUR aus dem Vertrag entnehmen, aber später bei einem niedrigeren Kurs für 100 Fondsanteile, die dann weniger wert sind, nur noch z.B. 8.000 EUR wieder einbringen müssen, um den Vertrag wieder auf den alten Stand zu bringen.

Wie Sie Ihre Ausbildungsversicherung zur Finanzierung einer Anschaffung einsetzen können

Policendarlehen

Durch ein Policendarlehen können Sie vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit ca. 70% - 90% Ihres aktuellen Vertragsguthabens entnehmen. Wenn Sie eine Zusatzversicherung eingeschlossen haben, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Bei einer klassischen, kapitalbildenden Ausbildungsversicherung müssen, wie bei einem Bankdarlehen Zinsen an Ihren Lebensversicherer gezahlt werden, solange das Policendarlehen besteht. Bei der fondsgebundenen Ausbildungsversicherung müssen keine Zinsen für ein Policendarlehen gezahlt werden. 

Das Darlehen können Sie entweder bis zum Vertragsablauf bestehen lassen, dann wird die Höhe der Versicherungsleistung entsprechend reduziert oder Sie können es jederzeit zurückzahlen. Ein Darlehensangebot inkl. Konditionen können Sie bei Ihrem Versicherungsexperten oder direkt beim Versicherer anfragen.

WICHTIG, sofern Sie eine fondsgebundene Ausbildungsversicherung abgeschlossen haben: 
Wenn Sie an ein Policendarlehen denken, sollten Sie dieses bei hohen Kursen Ihrer bereits erworbenen Fondsanteile in Anspruch nehmen, da dadurch die Auszahlungssumme höher ist. Umgekehrt, sofern Sie die entnommenen Fondsanteile wieder in den Vertrag irgendwann rückzahlen möchten, machen Sie dies, wenn die Kurse Ihrer Fondsanteile tief stehen. Dadurch kann es sein, dass Sie z.B. heute 100 Fondsanteile im Wert von 10.000 EUR aus dem Vertrag entnehmen, aber später bei einem niedrigeren Kurs für 100 Fondsanteile, die dann weniger wert sind, nur noch z.B. 8.000 EUR wieder einbringen müssen, um den Vertrag wieder auf den alten Stand zu bringen.

Abtretung an eine Bank

Bei einer Abtretung (Zession) können Sie Ihre Ansprüche und Rechte aus einer Ausbildungsversicherung ganz oder teilweise an einen Dritten (Zessionar), z.B. eine Bank, als Sicherheit abtreten, um ein Darlehen zu erhalten. Die Todesfallleistung/das vorhandene Guthaben dient dabei als Kreditsicherheit.

Möglichkeiten zur Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten einer Ausbildungsversicherung

Bei kurzfristigen Zahlungsengpässen (bis zu 12 Monaten)

Vollstundung einer Ausbildungsversicherung

Bei der sogenannten Vollstundung können Sie mit Ihrem Versicherer vereinbaren, dass Sie für einen Zeitraum bis zu ca. 6 Monaten (ggf. auch länger) keine Beiträge zahlen müssen. Der Versicherungsschutz, auch für Zusatzversicherungen, bleibt in voller Höhe erhalten. 

Nach Ablauf der 6 Monate können Sie dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachzahlen oder Ihre vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung wird entsprechend reduziert (Beitragsverrechnung).

Teilstundung einer Ausbildungsversicherung

Bei der sogenannten Teilstundung (Risikozwischenbeitrag) können Sie mit Ihrem Versicherer vereinbaren, dass Sie für einen Zeitraum bis zu ca. 12 Monaten nur ca. 10% der Beiträge zahlen müssen. Beinhaltet Ihre Ausbildungsversicherung eine Zusatzversicherung, dann ca. 30% der Beiträge. Der Versicherungsschutz bleibt in voller Höhe erhalten. 

Nach Ablauf der 12 Monate können Sie dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachzahlen oder Ihre vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung wird entsprechend reduziert (Beitragsverrechnung).

Policendarlehen

Durch ein Policendarlehen können Sie vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit ca. 70% - 90% Ihres aktuellen Vertragsguthabens entnehmen. Wenn Sie eine Zusatzversicherung eingeschlossen haben, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Bei einer klassischen, kapitalbildenden Ausbildungsversicherung müssen, wie bei einem Bankdarlehen Zinsen an Ihren Lebensversicherer gezahlt werden, solange das Policendarlehen besteht. Bei der fondsgebundenen Ausbildungsversicherung müssen keine Zinsen für ein Policendarlehen gezahlt werden.

Das Darlehen können Sie entweder bis zum Vertragsablauf bestehen lassen, dann wird die Höhe der Versicherungsleistung entsprechend reduziert oder Sie können es jederzeit zurückzahlen.

Ein Darlehensangebot inkl. Konditionen können Sie bei Ihrem Versicherungsexperten oder direkt beim Versicherer anfragen.

WICHTIG, sofern Sie eine fondsgebundene Ausbildungsversicherung abgeschlossen haben: 
Wenn Sie an ein Policendarlehen denken, sollten Sie dieses bei hohen Kursen Ihrer bereits erworbenen Fondsanteile in Anspruch nehmen, da dadurch die Auszahlungssumme höher ist. Umgekehrt, sofern Sie die entnommenen Fondsanteile wieder in den Vertrag irgendwann rückzahlen möchten, machen Sie dies, wenn die Kurse Ihrer Fondsanteile tief stehen. Dadurch kann es sein, dass Sie z.B. heute 100 Fondsanteile im Wert von 10.000 EUR aus dem Vertrag entnehmen, aber später bei einem niedrigeren Kurs für 100 Fondsanteile, die dann weniger wert sind, nur noch z.B. 8.000 EUR wieder einbringen müssen, um den Vertrag wieder auf den alten Stand zu bringen.

Bei langfristigen Zahlungsengpässen (über 12 Monate)

Beitragsfreistellung einer Ausbildungsversicherung

Bei einer Beitragsfreistellung zahlen Sie grundsätzlich keine Beiträge mehr bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Das Vertragsguthaben wird als eine Einmalbeitragszahlung betrachtet, aus der eine beitragsfreie Ausbildungsrente/Kapitalleistung bis zum Ende der Laufzeit ermittelt wird.

Es besteht jedoch die Möglichkeit den Vertrag wieder in Kraft zu setzen (Wiederinkraftsetzung). In der Regel ist dies innerhalb von 2 Jahren nach Beitragsfreistellung möglich. Zu beachten ist jedoch hierbei, dass nur innerhalb der ersten 6 Monate nach Beitragsfreistellung, eine Wiederinkraftsetzung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.

Beitragsreduktion einer Ausbildungsversicherung

Um Zahlungsengpässe langfristig zu überbrücken, können des Weiteren die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit reduziert werden. Die zum Vertragsablauf vereinbarte Versicherungsleistung (Rente oder Kapitalauszahlung) wird ebenfalls entsprechend reduziert.

Was Sie bei Eintritt eines Leistungsfalls für Ihre Ausbildungsversicherung beachten sollten

Police (Versicherungsschein) und Sterbeurkunde einreichen

Im Falle des Todes des Versicherten müssen Sie bei Ihrem Versicherungsunternehmen schnellstmöglich den Original-Versicherungsschein sowie die Sterbeurkunde einreichen. Da es sich um Original-Dokumente handelt, sollte man dies mit einem Einschreiben mit Rückschein tun.

Verlust der Police (Versicherungsschein)

Ist der Versicherungsschein nicht mehr auffindbar oder zerstört worden, können Sie dies Ihrem Versicherer mit der Zusendung der Sterbeurkunde kurz, formlos mitteilen. In der Regel reicht auch ein Anruf im Kundenservice. Sie erhalten dann eine Verlusterklärung zugesandt, die Sie dann unterschrieben an Ihren Versicherer zurücksenden müssen. 

Bei Einschluss von Zusatzversicherungen, z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung etc.

Informieren Sie Ihren Versicherer telefonisch oder schriftlich im Falle des Eintritts einer Berufsunfähigkeit. Ihnen werden dann entsprechende Fragebögen, die zur Leistungsfeststellung erforderlich sind, zugesandt.

Zur Beachtung vor Vertragsablauf einer Ausbildungsversicherung

Vor dem Ablauf der Ausbildungsversicherung werden Sie in der Regel von Ihrem Versicherer angeschrieben. Neben einer Information über den Auszahlungsbetrag werden Sie gebeten den Original-Versicherungsschein (Police) einzureichen und mitzuteilen, auf welches Konto die Überweisung der Versicherungsleistung stattfinden soll.

Verlust der Police (Versicherungsschein) einer Ausbildungsversicherung

Ist der Versicherungsschein nicht mehr auffindbar oder zerstört worden, können Sie dies Ihrem Versicherer kurz, formlos mitteilen. In der Regel reicht auch ein Anruf im Kundenservice. Sie erhalten dann eine Verlusterklärung zugesandt, die Sie dann unterschrieben an Ihren Versicherer zurücksenden müssen. 

Speziell für Ausbildungsversicherungen in Form einer Fondsgebundenen Rentenversicherung:

Ablaufmanagement
Wenn die Ansparphase Ihrer fondsgebundenen Ausbildungsversicherung endet, möchten Sie natürlich eine möglichst hohe Rentenzahlung oder Kapitalauszahlung zum Vertragsablauf absichern. Mögliche Kurseinbrüche vor Ablauf sollen daher vermieden werden. Das kostenlose Ablaufmanagement Ihres Versicherers hilft Ihnen dabei:

  • In der Regel werden Sie mehrere Jahre vor Vertragsablauf von Ihrem Versicherer angeschrieben
  • Sie können dann flexibel Umschichtungsmöglichkeiten festlegen. Z.B., ob das gesamte Guthaben oder nur ein Teil Ihrer Fonds abgesichert werden soll, in welche Fonds umgeschichtet werden soll etc.
  • Es erfolgt anschließend eine stufenweise Umschichtung Ihrer Fonds in risikoarme Fonds mit geringen Kursschwankungen
  • ZU BEACHTEN: Durch die Umschichtung in risikoärmere Fonds können Ihnen natürlich auch Gewinne entgehen, wenn der Markt sich gerade in einer Phase von steigenden Börsenkursen befindet (Hausse). Daher ist es wichtig individuell festzulegen, ob Sie alle Fondsanteile oder nur einen Teil in risikoärmere Fonds mit geringen Kursschwankungen umschichten wollen.
Wahl Kapitalzahlung oder Zahlung einer Ausbildungsrente

Zum vereinbarten Ablauftermin kann zwischen einer einmaligen Kapitalzahlung oder der Auszahlung einer Ausbildungsrente ausgewählt werden. Teilen Sie dies Ihrem Versicherer mit.

Kündigung einer Ausblidungsversicherung

Idealerweise nicht kündigen

Idealerweise kündigen Sie Ihre Ausbildungsversicherung Vertrag nicht, da Sie dadurch, insbesondere in den ersten Jahren nach Abschluss, große Verluste hinnehmen müssen. Die Verluste kommen im Wesentlichen dadurch zustande, dass in den ersten Jahren ein Teil Ihres Beitrags nicht angespart wird, sondern dazu dient die Abschlusskosten für die Vermittlung des Vertrags zu tilgen. 

Sofern es sich bei Ihrem Vertrag um eine klassische, kapitalbildende Ausbildungsversicherung handelt, welche Sie vor dem 01.01.2017 abgeschlossen haben, hat er einen Garantiezins von mindestens 1,25% oder sogar noch höher. Durch den Versicherer erwirtschaftete Überschüsse kommen noch jährlich hinzu. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist dies eine sehr gute Rendite für eine sicherere Kapitalanlage, die daher nicht aufgegeben werden sollte.

Police / Ausbildungsversicherung verkaufen

Sofern für Sie tatsächlich keine Weiterführung Ihrer Ausbildungsversicherung in Frage kommt, gibt es noch die Möglichkeit Ihre Versicherung zu verkaufen. Dadurch erhalten Sie höhere Erlöse als im Falle einer Kündigung.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von solchen Unternehmen, die Ihre Versicherung ankaufen.

Kündigungsfristen für eine Ausbildungsversicherung

Eine Ausbildungsversicherung kann schriftlich zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode gekündigt werden.

Im Falle der Kündigung wird Ihnen der sogenannte Rückkaufswert ausgezahlt. Bei einer Fondsgebundenen Ausbildungsversicherung ist dessen Höhe vor allem von dem aktuellen Kurs der bereits erworbenen Fondsanteile abhängig. Daher empfiehlt sich eine Kündigung, sofern sie unbedingt erforderlich ist, in Zeiten von hohen Kursen Ihrer Fondsanteile.

Vor der Kündigung Ihrer Ausbildungsversicherung ist es sinnvoll noch einmal mit einem Versicherungsexperten zu sprechen. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie Sie mit Ihren Vertrag Geld zur freien Verfügung erhalten können (u.a. Policendarlehen, Abtretung) oder die Beiträge dauerhaft reduziert werden können (Beitragsherabsetzung), ohne ihn zu kündigen.

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