Beitragsentlastung im Alter (BEA)

9. Januar 2021

Ist der Neuabschluss einer Beitragsentlastung im Alter (BEA) sinnvoll?

Der Beitragsentlastungstarif im Alter (BEA) ist ein freiwilliger Tarifbaustein zur privaten Krankheitskostenvollversicherung, mit dem privat Krankenversicherte gegen hohe Beiträge im Alter finanziell vorsorgen können. Der Tarif verlangt keine Gesundheitsprüfung. Die Funktionsweise ist bei allen privaten Krankenversicherern gleich. Während des aktiven Arbeitslebens schließt man freiwillig einen Tarifbaustein für die Beitragsentlastung im Alter ab (z.B. eine Entlastung von 200.- EUR monatlich im Ruhestand), mit dem der PKV-Beitrag später, in der Regel mit Alter 65 oder 67, um den vereinbarten Betrag reduziert wird. Dadurch bleibt die private Krankenversicherung auch im Alter besser bezahlbar.

Genau wie an den Beiträgen seiner Mitarbeiter zur gesetzlichen Krankenversicherung, beteiligt sich der Arbeitgeber auch an PKV-Beiträgen mit 50%, das gilt auch für Beitragsentlastungstarife. Der Höchstbetrag für den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeber beträgt im Jahr 2019 monatlich 351,66 Euro. Diese hohe Grenze wird aber auch nach Abschluss eines zusätzlichen Beitragsentlastungsbausteins selten erreicht, der Arbeitgeber finanziert dann praktisch auch die Hälfte der zukünftigen Beitragsentlastung seines Arbeitnehmers.

Beispiel:

Der 35-jährige Angestellte Stefan K. ist privat krankenversichert. Seine private Krankenversicherung kostet zurzeit 500.- EUR im Monat, davon übernimmt der Arbeitgeber 50%.
Um sich günstige Beiträge im Ruhestand zu sichern, ergänzt Stefan K. seine Private Krankenversicherung um einen Beitragsentlastungsbaustein (200.- EUR Entlastung monatlich ab Alter 67), für den er monatlich 50.- EUR zahlt.
Für den bis zum 67. Lebensjahr zu zahlenden Beitrag von 50.- EUR monatlich wird der Krankenversicherer ihm ab Alter 67 eine monatliche Beitragsentlastung von 200.- EUR gewähren.
Der Vorteil: Die Kosten des Beitragsentlastungstarifs trägt Stefan K. selbst nur zur Hälfte (also 25.- EUR), die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber, weil auch durch den Arbeitgeberzuschuss von 250.- EUR der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Die Beiträge für den Beitragsentlastungstarif sind außerdem steuerlich absetzbar.

Aufgrund der Vorteile sowie der möglichen Bezuschussung durch den Arbeitgeber, erachten wir den Abschluss einer Beitragsentlastung im Alter als sehr sinnvoll.

Auch Selbständige und Freiberufler, die keinen Arbeitgeberzuschuss erhalten, sollten prüfen, ob sich ein Abschluss rentiert.

Optimierung Ihres bereits bestehenden Vertrags

Regelmäßige Prüfung, ob Entlastungsbetrag angepasst werden muss

Während der Laufzeit einer privaten Krankenversicherung können sich die Beiträge erhöhen oder senken, weil man z.B. in einen höherwertigen Tarif gewechselt ist oder das Krankentagegeld erhöht wurde. Die gleichen Beispiele können natürlich auch gegenteilig eintreten, wodurch sich der Beitrag entsprechend reduziert. Daher sollte man regelmäßig prüfen, ob die Beitragsentlastung im Alter mit dem aktuellen Entlastungsbeitrag noch bedarfsgerecht ist.

Erhöhungen und Reduzierungen des Entlastungsbeitrags sind grundsätzlich ohne Gesundheitsprüfung jederzeit möglich. Sie können in der Regel spätestens bis zum 55. - 59. Lebensjahr (unterschiedlich, je nach Krankenversicherer) vorgenommen werden.

Bewältigung von Zahlungsengpässen

Je nach privatem Krankenversicherer ist es bei Bedarf möglich, die Beitragszahlung für den Beitragsentlastungstarif für mehrere Jahre auszusetzen.

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