Betriebliche Altersversorgung (bAV)

16. Januar 2021

Ist der Neuabschluss einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) sinnvoll?

Jeder Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung (bAV) als Gehaltsumwandlung anzubieten. Es sind dabei 5 Durchführungswege möglich, die der Arbeitgeber auswählen kann:

1. Direktversicherung
2. Pensionskasse
3. Pensionsfonds
4. Unterstützungskasse
5. Direktzusage

Seit 2019 ist der Arbeitgeber für Neuabschlüsse dazu verpflichtet 15% des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an die Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds weiterzuleiten, sofern er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart.

Ein Neuabschluss im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist aufgrund der unterschiedlichen Durchführungswege und der damit verbundenen zahlreichen
(steuer)rechtlichen Aspekten, die dabei zu beachten sind, sehr beratungsintensiv.
Daher ist in einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsexperten zu prüfen, ob für die jeweils individuelle Situation, unter Berücksichtigung von ggf. bereits vorhandener Altersvorsorgeprodukte, ein Neuabschluss sinnvoll ist.

Wir sind der Auffassung, dass der Neuabschluss einer betrieblichen Altersversorgung dann sinnvoll ist, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse zum Beitrag in nennenswerter Höhe beisteuert oder er die Beiträge vollständig selbst zahlt.

Was sind die Gründe hierfür?

Die Beiträge zur bAV werden zwar in der Ansparphase steuerlich gefördert, jedoch erfolgt zu Rentenbeginn eine nachgelagerte Besteuerung in voller Höhe. Des Weiteren müssen gesetzlich Krankenversicherte zusätzlich auf die Renten- oder Kapitalleistung Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen (insg. ca. 17% - 18%, je nach Krankenkasse). Dadurch wird die gesamte Rendite enorm geschmälert. Interessanter ist die bAV für privat Krankenversicherte, denen die Zahlung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen auf die Rente oder Kapitalleistung erspart bleibt.

Ein möglicher Vorteil bzw. Argument für einen Neuabschluss kann jedoch der Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) bei bereits bestehenden, erheblichen Vorerkrankungen sein, die normalerweise zu einer Ablehnung durch den Versicherer führen würden. Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist in der Regel die Gesundheitsprüfung auf wenige Fragen beschränkt und so stark vereinfacht, dass man ggf. trotz erheblicher Vorerkrankungen eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung einschließen kann.

Sofern man sich für den Neuabschluss einer bAV entschieden hat, erachten wir es als sinnvoll im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine Fondsgebundene Rentenversicherung für die betriebliche Altersversorgung (bAV) auszuwählen. Die klassischen Produkte mit einem Garantiezins von aktuell nur noch 0,9%, von dem auch noch die Kosten abgezogen werden, stellen unseres Erachtens im aktuellen Kapitalmarktumfeld keine geeignete Alternative mehr dar. Bei modernen Fondsgebundenen Rentenversicherungen werden die Sparbeiträge in Investmentfonds angelegt und dabei Mindestgarantien für die Verrentung sowie die Kapitalauszahlung gewährt. Dies bietet vor allem im anhaltenden Niedrigzinsumfeld die Möglichkeit überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Zu Rentenbeginn hat der Versicherte dann die Wahl einer einmaligen Kapital- oder lebenslangen Rentenzahlung. Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) und ein Hinterbliebenenschutz können ebenfalls eingeschlossen werden.

Was viele (angehende) Berufstätige noch nicht realisiert haben:
Mit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes zum 01.01.2005 wird die gesetzliche Rente im Rentenalter signifikant besteuert. Dies führt dazu, dass im Rentenalter zukünftig deutlich weniger von der Rente übrig bleiben wird. Eine Analyse mit einem Versicherungsexperten, wie viel Netto-Rente Ihnen unter Berücksichtigung aller zukünftigen Rentenzahlungen (gesetzliche Rente, bAV, Riester-Rente, Rürup-Rente etc.) später zum Leben bleibt, ist daher sehr wichtig. Gar nicht für das Alter vorzusorgen ist aus unserer Sicht keine Alternative.

Eine persönliche Beratung zum Thema bAV durch einen Versicherungsexperten erachten wir aufgrund der Komplexität der Thematik als zwingend erforderlich.

Produktauswahl und Neuabschluss

Grundsätzliches

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld sollte eine Fondsgebundene Rentenversicherung für die betriebliche Altersversorgung (bAV) ausgewählt werden. Die klassischen Produkte mit einem Garantiezins von aktuell nur noch 0,9%, von dem auch noch die Kosten abgezogen werden, stellen unseres Erachtens im aktuellen Kapitalmarktumfeld keine geeignete Alternative mehr dar. Bei modernen Fondsgebundenen Rentenversicherungen werden die Sparbeiträge in Investmentfonds angelegt und darüber hinaus Mindestgarantien für die Verrentung und die Kapitalleistung gewährt. Dies bietet vor allem im anhaltenden Niedrigzinsumfeld die Möglichkeit überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Zu Rentenbeginn hat der Versicherte dann die Wahl zwischen einer einmaligen Kapital- oder lebenslangen Rentenzahlung. Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) und/oder ein Hinterbliebenenschutz können ebenfalls eingeschlossen werden.

Bei einem Vergleich von Fondsgebundenen Rentenversicherungen sollten die folgenden, wesentlichen Punkte berücksichtigt werden:
  • Wie hoch sind die Kosten und wie hoch ist später die garantierte Rente (Rentenfaktor)?
  • Ist der Rentenfaktor zum Rentenbeginn garantiert oder wird dieser dann erst final festgelegt?
  • Können qualitativ hochwertige Fonds mit guten Ratings und Rankings bzw. sehr guter Kursentwicklung ausgewählt werden?
  • Gibt es ggf. Möglichkeiten, dass die Fonds vom Versicherer gemanaged und laufend angepasst werden, so dass ich mich um nichts kümmern muss?
  • Kann ich die Rentenzahlung flexibel vor (Abrufphase) oder nach (Rentenbeginnphase) den vereinbarten Rentenbeginn unter Berücksichtigung der gesetzlichen Mindestalters für den Rentenbezug bzw. die Kapitalzahlung legen?

Optimierung Ihres bereits bestehenden Vertrags

Ihren Vertrag an veränderte Lebenssituationen anpassen

Mit zunehmendem Alter werden verschiedene Lebensphasen (z.B. Berufseinstieg, Familiengründung, Beförderung etc.) durchlaufen. Diese Phasen erfordern oftmals eine Anpassung des Versicherungsbedarfs. Daher empfiehlt es sich regelmäßig (mind. jährlich) den Vertrag inkl. eventuell abgeschlossener Zusatzversicherungen auf Anpassungsbedarfe hin zu überprüfen.

Wichtige Fragestellungen:

Ist die aktuell vereinbarte Renten-/Kapitalhöhe noch ausreichend?

  • Über z.B. Zuzahlungen kann die spätere Renten-/ Kapitalzahlung erhöht werden

Werden steuerliche Vorteile vollständig ausgeschöpft?

  • Ggf. Abschluss eines neuen Vertrags in einem anderen ebenfalls angebotenen Durchführungsweg

Benötige ich eine Zusatzversicherung?

  • Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder eines Hinterbliebenenschutzes

Benötige ich die bereits eingeschlossene Zusatzversicherung noch?

  • Kündigung der Zusatzversicherung oder Reduzierung der vereinbarten Höhe
Bei Fondsgebundenen Lebens-/Rentenversicherungen: Ausgewählte Fonds regelmäßig überprüfen (Shiften und Switchen)

Sofern Sie kein gemanagtes Depot ausgewählt haben, wo die Fondszusammensetzung aktiv, je nach Lage von Politik und Wirtschaft etc., angepasst wird, sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob sich der Kurs Ihrer Fonds zufriedenstellend entwickelt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie entweder Ihren Beitrag zukünftig komplett in andere Fonds investieren, Ihre alten Fondsanteile bleiben erhalten (Switchen) oder alle Fondsanteile verkaufen und diesen Betrag sowie die zukünftigen Beiträge in andere Fonds investieren (Shiften).

Das ist vor allem sinnvoll, wenn man glaubt, dass sich z.B. bestimmte Regionen, Rohstoffe oder Industrien überdurchschnittlich entwickeln werden.

Dynamische Erhöhungsoption (Dynamik) prüfen

Sofern bei Vertragsabschluss eine dynamische Erhöhungsoption (Dynamik) in Ihren Vertrag eingeschlossen worden ist, sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr jährlich überprüft werden, ob eine Dynamik noch sinnvoll bzw. rentabel ist, da sich die dynamische Erhöhungssumme (= zusätzliche Versicherungssumme oder Rente) immer nach dem aktuellen Eintrittsalter bemisst. D.h. je älter Sie werden, desto geringer fällt die zusätzliche dynamische Versicherungsleistung im Verhältnis zu dem zusätzlichen Beitrag aus, der im Rahmen der dynamischen Erhöhung gezahlt werden muss.

Um zu überprüfen, ob die Annahme einer Dynamik oder ein vollständiger Ausschluss sinnvoll ist, kann grob überschlagen werden, ob die Summe der zusätzlichen Beiträge bis zum Ende der Vertragslaufzeit, die Erhöhung der Versicherungsleistung durch die Dynamik übersteigt. D.h. beispielsweise: Beträgt die dynamische Erhöhung der Versicherungssumme 1.500 EUR und Sie müssen dafür bis zum Ende der Vertragslaufzeit insgesamt 1.700 EUR zusätzlich zahlen, sollte die Dynamik abgelehnt bzw. vollständig ausgeschlossen werden.

Möglichkeiten zur Überbrückung von Zahlungsengpässen

Bei kurzfristigen Zahlungsengpässen (bis zu 12 Monaten)

Stundung

Bei der sogenannten Stundung können Sie mit Ihrem Versicherer vereinbaren, dass Sie für einen gewissen Zeitraum, z.B. 1 Jahr, keine Beiträge zahlen müssen. Der Versicherungsschutz, auch für Zusatzversicherungen, bleibt in voller Höhe erhalten.

Stimmen Sie mit einem Versicherungsexperten oder direkt mit dem Versicherer ab unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Fristen eine Stundung vereinbart werden kann.

Bei langfristigen Zahlungsengpässen (über 12 Monate)

Beitragsfreistellung

Bei einer Beitragsfreistellung zahlen Sie grundsätzlich keine Beiträge mehr bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Das Vertragsguthaben wird als eine Einmalbeitragszahlung betrachtet, aus der eine beitragsfreie Versicherungssumme oder Rente bis zum Ende der Laufzeit ermittelt wird
Es besteht jedoch die Möglichkeit den Vertrag wieder in Kraft zu setzen (Wiederinkraftsetzung). In der Regel ist dies innerhalb von 2 Jahren nach Beitragsfreistellung möglich. Zu beachten ist jedoch hierbei, dass nur innerhalb der ersten 6 Monate nach Beitragsfreistellung, eine Wiederinkraftsetzung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist. Bei einer späteren Wiederinkraftsetzung ist in der Regel wieder eine Gesundheitsprüfung erforderlich.

Beitragsreduktion

Um Zahlungsengpässe langfristig zu überbrücken, können des Weiteren die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit reduziert werden. Die zum Vertragsablauf vereinbarte Versicherungsleistung wird entsprechend reduziert.

Was Sie bei Eintritt eines Leistungsfalls beachten sollten

Da in der Regel der Arbeitgeber Versicherungsnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist, sollten die folgenden Tipps daher immer über den Arbeitgeber beim Versicherungsunternehmen beauftragt werden.

Police (Versicherungsschein) und Sterbeurkunde einreichen

Im Falle des Todes des Versicherten müssen dem Versicherungsunternehmen schnellstmöglich der Original-Versicherungsschein sowie die Sterbeurkunde eingereicht werden. Da es sich um Original-Dokumente handelt, sollte man dies mit einem Einschreiben mit Rückschein tun. In der Regel wird der Original-Versicherungsschein beim Arbeitgeber verwahrt.

Verlust der Police (Versicherungsschein)

Ist der Versicherungsschein nicht mehr auffindbar oder zerstört worden, kann dies dem Versicherer mit der Zusendung der Sterbeurkunde kurz, formlos mitgeteilt werden. In der Regel reicht auch ein Anruf im Kundenservice. Eine Verlusterklärung wird zugeschickt, die vom Versicherungsnehmer unterschrieben an den Versicherer zurückgesandt werden muss.

Bei Einschluss von Zusatzversicherungen, z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung etc.

Der Versicherer sollte telefonisch oder schriftlich im Falle des Eintritts einer Berufsunfähigkeit informiert werden. Es werden dann entsprechende Fragebögen, die zur Leistungsfeststellung erforderlich sind, zugesandt.

Zur Beachtung vor Vertragsablauf / Rentenbeginn

Bei bAV-Rentenversicherungen: Wahl des Rentenauszahlungssystems (Überschusssysteme)

Haben Sie eine klassische oder Fondsgebundene Rentenversicherung abgeschlossen, haben Sie in der Regel bis zu 1 Monat vor Rentenbeginn einmalig die Möglichkeit das Rentenauszahlungssystem zu wechseln, für das Sie sich bei Vertragsbeginn entschieden haben. Dies müssen Sie Ihrem Lebensversicherer schriftlich mitteilen.

Folgende Rentenauszahlungssysteme können im Wesentlichen unterschieden bzw. ausgewählt werden:

Dynamische Gewinnrente:

  • Die Überschüsse werden verwendet, um die Rentenzahlung jährlich zu erhöhen
  • Wie stark die Rente steigt, hängt von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung ab, daher kann nicht garantiert werden, wie stark die Rente zukünftig ansteigen wird
  • Bereits durchgeführte Erhöhungen sind jedoch garantiert und können nicht mehr sinken

Variable Gewinnrente:

  • Die Überschüsse werden verwendet, um eine zusätzliche Rente zu zahlen, deren Höhe von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung abhängig ist
  • Daher kann die Höhe der zusätzlichen Rente nicht garantiert werden
  • Entsprechend kann die zusätzliche Rente während der Rentenphase steigen, sinken oder sogar ganz entfallen

Erhöhte Startrente:

  • Die Überschüsse werden verwendet, um eine erhöhte, zusätzliche Rente auszuzahlen
  • Ab dem 2. Rentenjahr besteht die Möglichkeit die Rente zu dynamisieren
  • Die Höhe der zusätzlichen Rente hängt von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung ab
  • Daher kann nicht garantiert werden, ob eine erhöhte, zusätzliche Rente gezahlt wird und wie hoch diese sein wird
  • Die erhöhte, zusätzliche Rente kann während der Rentenbezugszeit steigen, sinken oder sogar ganz entfallen
Bei fondsgebundenen bAV-Verträgen: Ablaufmanagement

Wenn die Ansparphase Ihrer Fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung endet, möchten Sie natürlich eine möglichst hohe Rentenzahlung oder Kapitalauszahlung zum Vertragsablauf absichern. Mögliche Kurseinbrüche vor Ablauf sollen daher vermieden werden. Das kostenlose Ablaufmanagement Ihres Versicherers hilft Ihnen dabei:

  • In der Regel werden Sie ca. 5 Jahre vor Vertragsablauf von Ihrem Versicherer angeschrieben
  • Sie können dann flexibel Umschichtungsmöglichkeiten festlegen. Z.B., ob das gesamte Guthaben oder nur ein Teil Ihrer Fonds abgesichert werden soll, in welche Fonds umgeschichtet werden soll etc.
  • Es erfolgt anschließend eine stufenweise Umschichtung Ihrer Fonds in risikoarme Fonds mit geringen Kursschwankungen

ZU BEACHTEN: Durch die Umschichtung in risikoärmere Fonds können Ihnen natürlich auch Gewinne entgehen, wenn der Markt sich gerade in einer Phase von steigenden Börsenkursen befindet (Hausse). Daher ist es wichtig individuell festzulegen, ob Sie alle Fondsanteile oder nur einen Teil in risikoärmere Fonds mit geringen Kursschwankungen umschichten wollen.

Bei fondsgebundenen bAV-Verträgen: Im Falle von hohen Kursen zum Ende der Vertragslaufzeit

Neben der beschriebenen Möglichkeit eines kostenlosen Ablaufmanagements durch Ihren Versicherer und der Umschichtung in Fonds mit geringen Kursschwankungen zum Ende der Ansparphase, enthalten die Fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherungen häufig auch eine Abrufphase. Dadurch können Sie die erste Renten- oder die Kapitalzahlung vor den im Versicherungsschein vereinbarten Rentenbeginn/Vertragsablauf vorziehen. Ggf. ist dies, in Abhängigkeit von Ihrer Risikoneigung, weiterhin eine gute Möglichkeit hohe Kurse zu sichern, wenn Sie auf zukünftig fallende Kurse spekulieren. Zu berücksichtigen sind dabei jedoch die Mindestaltersgrenzen für den Bezug von betrieblichen Altersversorgungsleistungen (60./62. Lebensjahr).

Bei fondsgebundenen bAV-Verträgen: Im Falle von niedrigen Kursen zum Ende der Vertragslaufzeit

Sollte dieser Fall eintreten, haben Sie bei einer Fondsgebundenen Rentenversicherung in der Regel die Möglichkeit die Rentenbeginnphase zu nutzen bzw. den Rentenbeginn, um häufig bis zu 10 Jahren aufzuschieben. Das Gleiche gilt für eine einmalige Kapitalzahlung im Falle einer fondsgebundenen Lebensversicherung.

Verlust der Police (Versicherungsschein)

Ist der Versicherungsschein nicht mehr auffindbar oder zerstört worden, können Sie dies Ihrem Versicherer kurz, formlos mitteilen. In der Regel reicht auch ein Anruf im Kundenservice. Sie erhalten dann eine Verlusterklärung zugesandt, die Sie dann vom Versicherungsnehmer unterschrieben an Ihren Versicherer zurückgesandt werden muss.

WICHTIG: Da der Arbeitgeber in der Regel der Versicherungsnehmer ist, liegt diesem grundsätzlich der Original-Versicherungsschein vor. Dies wird oftmals zu Vertragsablauf vergessen.

Kündigung Ihres Vertrags

Kann ich meinen Vertrag im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) kündigen?

Sie können Ihre Verträge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in der Regel nicht kündigen. Der Gesetzgeber sieht eine Auszahlung des angesparten Guthabens erst mit Eintritt des Rentenalters vor. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Alternativen zur Kündigung

Beitragsfreistellung bzw. Vertrag ruhend stellen
Die Beitragsfreistellung ist jederzeit zum Ende der laufenden Versicherungsperiode möglich. Bei einer Beitragsfreistellung zahlen Sie grundsätzlich keine Beiträge mehr bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Das Vertragsguthaben wird als eine Einmalbeitragszahlung betrachtet, aus der eine beitragsfreie Rente oder Versicherungssumme ermittelt wird.

Es besteht jedoch die Möglichkeit den Vertrag wieder in Kraft zu setzen (Wiederinkraftsetzung). Prüfen Sie in Ihren Versicherungsbedingungen unter welchen Bedingungen (z.B. nur innerhalb von 2 oder 3 Jahren nach Beitragsfreistellung) dies möglich ist. In der Regel ist bei einer Wiederinkraftsetzung nach 6 Monaten ab Beitragsfreistellung wieder eine Gesundheitsprüfung für Lebensversicherungen sowie Zusatzversicherungen (sofern vereinbart) erforderlich.

Beitragsreduktion
Sie können die Beiträge Ihres Vertrags jederzeit reduzieren. Die zum Vertragsablauf vereinbarte Versicherungssumme oder Rente wird dann ebenfalls entsprechend angepasst.

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