Eine Krebsversicherung – wer braucht die denn?

4. September 2021

Derzeit sehen wir im Netz häufig Werbung für eine Krebsversicherung. Grund genug für ‚Die Versicherungschecker‘ einmal genauer hinzuschauen.

Die Leistungen
Für einen sehr niedrigen Monatsbeitrag von nur 16,97 € bekommt ein*e Nichtraucher*in eine Versicherungssumme von 50.000 €. Diese Summe wird ausgezahlt, wenn bei Euch die Diagnose Krebs gestellt wird, jedoch nicht bei Vorstufen oder gutartigen Tumoren. Zur Beantragung müsst Ihr ein paar Gesundheitsfragen beantworten. Sollte ihr in der Vergangenheit bereits Befunde erhalten haben, wird es nichts mit der Versicherung. Der Risikoschutz beginnt erst nach einer Wartezeit von 6 Monaten ab Vertragsbeginn. Eure Kinder sind bis zum 18. Lebensjahr beitragsfrei mitversichert; die Versicherung zahlt bei einer Erkrankung die halbe Versicherungssumme. So weit, so gut.

Euer Bedarf
Im Fall der Fälle könnt Ihr mit der Versicherungsleistung sicher erst einmal einige Zeit Euren Lebensunterhalt finanzieren und Euch auf Eure Gesundung konzentrieren. Und tatsächlich führen Erkrankungen tatsächlich oftmals zu finanziellen Problemen. Nach 6 Wochen zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein Krankengeld, welches deutlich niedriger ist als Euer Arbeitseinkommen. Wenn Ihr dauerhaft nicht mehr arbeiten könnt, seid Ihr ein Fall für die noch niedrigere Erwerbsminderungsrente.

Die Krebsversicherung deckt Euren Bedarf nicht
Die Versicherungsleistung reicht nicht aus, um im Todesfall Eure Hinterbliebenen abzusichern. Mit demselben Monatsbeitrag gibt es in der Risikolebensversicherung für (fast) alle Todesfälle rund 400.000 EUR über die nächsten 20 Jahre.

Die Versicherungsleistung reicht bei weitem nicht aus, um Euren Finanzbedarf auf Dauer zu decken, wenn Ihr nicht mehr arbeiten könnt. Dafür braucht Ihr andere Lösungen aus dem Bereich der Invaliditätsversicherungen. Und es gibt günstige Berufsunfähigkeitspolicen, da sind Sofortleistung z.B. bei Krebs gleich mit drin.

Die Versicherungsleistung reicht natürlich aus, um bei Krebs einen vorübergehenden Finanzbedarf zu decken. Aber wenn Ihr kurzfristig Geld bei Krebs braucht, dann braucht Ihr doch mit Sicherheit auch Geld bei anderen ernsten Erkrankungen. Und da steht Krebs bei den Auslösern mitnichten an erster Stelle, sondern kommt bei den bis 40-jährigen erst nach Erkrankungen von Nerven/Psyche mit 33% sowie Skelett/Bewegungsapparat mit 18% und steht mit nur 14% gleichauf mit Unfällen (Quelle: Analyse Morgen&Morgen 2020).

Fazit 'Die Versicherungschecker':

Ist billig, schadet nicht, löst aber kein Problem wirklich.