Gehaltsdynamische Zusage in der Unterstützungskasse

3. März 2021

Die betriebliche Altersvorsorge im Rahmen der Unterstützungskasse (U-Kasse) unterliegt verschiedenen Restriktionen. Unter anderem muss die Beitragsdotierung an die U-Kasse laufend mit gleichbleibenden oder steigenden Beiträgen erfolgen. Einmalzahlungen sind nicht zulässig. Beitragsreduzierungen sind nur innerhalb eines sehr eng definierten Rahmens zulässig. Diese Einschränkung führte häufig dazu, dass diese an sich attraktive Lösung der betrieblichen Altersvorsorge von Entscheidern im Unternehmen als zu unflexibel abgelehnt wurde. Erfreulicherweise gibt es hier nun seit Sommer 2019 eine Lösung am Markt, die diese Einschränkung erheblich verbessert.

Die sog. gehaltsdynamische Zusage fand bisher größtenteils nur Anwendung für kollektive Versorgungszusagen von Führungskräften in Großunternehmen. In diese Lücke ist nun einer der Marktführer in der Gesellschafter-Geschäftsführerversorgung gestoßen und bietet diese Art der Beitragsdotierung nun auch für Einzelzusagen und somit auch bereits für 1 Mann-GmbH´s an. Die Besonderheit der gehalts-dynamischen Zusage besteht darin, anstatt statischer Beiträge nun Beiträge in Prozent des Monats-, bzw. Jahresgehalts in die U-Kasse einzuzahlen. Für den Arbeitgeber und den Mitarbeiter bietet das folgende Vorteile:

Anpassung an den Versorgungsbedarf


Aus Sicht des Mitarbeiters ist es von primärer Bedeutung eine Versorgung aufzubauen, die der Gehaltsentwicklung folgt. Bei einer statischen Versorgung (gleichbleibende Beiträge) würde jede Gehaltserhöhung eine entsprechende Versorgungslücke nach sich ziehen.

Planungssicherheit


Im Gegensatz zu einer festen Beitragsdynamik bietet die gehaltsabhängige Dynamik die für Unternehmen erforderliche Planungssicherheit. Der Beitrag an die U-Kasse ist fester Bestandteil der Gehaltssumme und wächst nur dann, wenn das Gehalt steigt. Auch im Falle sinkender Gehälter kann der Beitrag automatisch reduziert werden, ohne einen aufwändigen Prüfprozess durch das Finanzamt.

Keine erneute Prüfung der Erdienbarkeit


Final ist hier eine Erhöhung der Beiträge im Zusammenhang mit einer üblichen Gehaltserhöhung bis kurz vor Rentenbeginn möglich. Im Rahmen der gehaltsdynamischen Zusage muss die Erdienbarkeitsfrist für diese Erhöhungen nicht beachtet werden. Damit ist gewährleistet, dass sich die Versorgung bis zum Rentenbeginn am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert und entsprechend angepasst wird.

Fazit:

Insgesamt wird die U-Kasse durch diese Neuerungen gerade für kleinere GmbH´s die eine optimale Versorgung ihrer Führungskräfte anbieten wollen, nun noch einmal deutlich interessanter. Die korrekte Einrichtung ist jedoch nicht ganz trivial, entsprechend sollte unbedingt sowohl der Steuerberater, als auch ein spezialisierter Berater für die betriebliche Altersvorsorge involviert werden. Bei korrekter Einrichtung ist die U-Kasse jedoch ein nahezu optimales Instrument zur Altersvorsorge für Führungskräfte.

Ähnliche Artikel

16. Jan. 2021
Icon unfall
Betriebliche Altersversorgung (bAV)

Zahlreiche Tipps mit Mehrwert rund um das Thema betriebliche Altersversorgung (bAV), Versicherungsexperten in Ihrer Nähe finden.

22. Mai 2021
Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss zur bAV - Tipp...

Arbeitgeber müssen die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter ab 2022 auch für Altverträge mit Zuschuss bedienen - Fallstricke und Lösungsansätze für Arbeitgeber.

14. März 2021
Icon hands
Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss zur bAV - Tipp...

Arbeitgeber müssen die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter ab 2022 auch für Altverträge mit Zuschuss bedienen - Fallstricke und Lösungsansätze für Arbeitgeber.