Glossar - die wichtigsten Versicherungsbegriffe

10. Januar 2021
Rund um das Thema Versicherung gibt es zahlreiche Fachbegriffe, die sich leider nicht immer vermeiden lassen, um komplexe Sachverhalte einfach zu erklären. Die aus unserer Sicht wichtigsten Versicherungsbegriffe haben wir alphabetisch geordnet in unser Glossar aufgenommen. Wir hoffen, dass es uns gelungen ist Ihnen mit unserem Glossar die wichtigsten Versicherungsbegriffe einfach und verständlich darzustellen.

A-C

A
Abbruchklausel

Der Versicherte kann bei Vertragsabschluss festlegen, dass der Lebensversicherungsvertrag zum Ende des Jahres beendet wird, in welchem die Summe aus Deckungskapital und Gewinnbeteiligung die vereinbarte Versicherungssumme überschreitet. 

Die Abbruchklausel wurde hauptsächlich in älteren Lebensversicherungsverträgen vereinbart.

Ablaufleistung

Die Ablaufleistung ist der Geldbetrag, der dem Versicherten zum Ablauf einer Lebens- oder Rentenversicherung ausgezahlt wird. Er setzt sich zusammen aus dem vertraglich garantierten Auszahlungsbetrag (bei Lebensversicherungen die Versicherungssumme) zuzüglich erwirtschafteter Überschüsse und einer Schlussüberschussbeteiligung inkl. einer Beteiligung an den Bewertungsreserven.

Ablauf-/Rentenbeginnphase

Die Ablauf-/Rentenbeginnphase stellt eine Möglichkeit dar, abweichend vom vereinbarten Ablauf oder Rentenbeginn, in vertraglich geregelten Grenzen einen früheren oder einen späteren Termin als den tatsächlichen Ablauf oder Rentenbeginn zu bestimmen. 

Dadurch kann der Ablauf oder Rentenbeginn dem individuellen Bedarf entsprechend nach vorne verlegt oder aufgeschoben werden. 

Abrufoption

Bei der Abrufoption hat der Versicherte die Möglichkeit ab einer bestimmten Versicherungsdauer einen Lebensversicherungs- oder Rentenversicherungsvertrag vorzeitig ohne Abzüge inkl. aller Überschussanteile zu beenden.

Abtretung

Bei einer Abtretung werden alle Rechte und Ansprüche, z.B. aus einer Lebensversicherung, ganz oder teilweise zu Sicherungszwecken, z.B. für ein Darlehen, an ein Kreditinstitut übertragen.

Alterungsrückstellung

Damit der Beitrag für eine private Krankenversicherung (Krankheitskostenvollversicherung, Krankenzusatzversicherung etc.) über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg konstant bleiben kann, ist dieser so kalkuliert, dass in jungen Jahren, wenn vergleichsweise wenig Leistungen in Anspruch genommen werden, ein Anteil des Beitrags in einer Alterungsrückstellung angesammelt wird, der dann im höherem Alter aufgelöst wird, um die dann in der Regel deutlich größere Inanspruchnahme von Leistungen zu finanzieren.

Jedoch kann es trotzdem zu Beitragserhöhungen, aber auch -reduzierungen während der Laufzeit kommen, wenn z.B. die Leistungsaufwendungen für einen Tarif in einem Jahr deutlich höher oder niedriger waren, als kalkuliert.

Anwartschaftsversicherung (in der PKV)

Die Anwartschaftsversicherung verleiht dem Versicherten das Recht einen bestehenden Vertrag der privaten Krankenversicherung (PKV) vorübergehend ruhend zu stellen, um ihn zu einem vereinbarten späteren Zeitpunkt wieder zu den ursprünglichen Bedingungen in Kraft zu setzen.

Man unterscheidet die große und die kleine Anwartschaftsversicherung.

Bei der großen Anwartschaftsversicherung wird für die Beitragsberechnung zum Wiederinkraftsetzungstermin das Eintrittsalter zu Beginn der Anwartschaft zugrunde gelegt. Es ist keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich.

Bei der kleinen Anwartschaftsversicherung ist bei der Wiederinkraftsetzung ebenso keine neue Gesundheitsprüfung erforderlich, es wird jedoch für die Beitragsberechnung, das aktuelle Eintrittsalter zur Wiederinkraftsetzung zugrunde gelegt.

Ausschließlichkeitsvertreter (= Exklusivvertreter)

Unter dem Begriff Ausschließlichkeitsvertreter versteht man Versicherungsvertreter, die ausschließlich Produkte eines einzigen Versicherungsunternehmens vermitteln.

Häufig wird mittlerweile auch der Begriff Exklusivvertreter oder Exklusivvertrieb verwendet.

B
BaFin

BaFin ist die Abkürzung für „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“.

Basisrente (= Rürup-Rente)

Die Basisrente ist eine staatliche geförderte Rentenversicherung, die zur 1. Schicht (Basisversorgung) des 3-Schichtenmodells der Altersvorsorge zählt, welches 2005 im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes eingeführt wurde.

Die Basisrente ist insbesondere ein sehr guter Baustein zur Altersvorsorge für Selbstständige, Freiberufler sowie Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen.

Basistarif

Der Basistarif ist eine private Krankheitskostenvollversicherung (PKV), die nach Art, Umfang und Höhe mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) vergleichbar ist. 

Der Basistarif wurde im Rahmen einer Gesundheitsreform zum 1.1.2009 eingeführt und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass bei einem Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer die Alterungsrückstellungen mit zu diesem übertragen werden. Deutliches Manko ist jedoch, dass nicht der für die private Krankenversicherung (PKV) typische höherwertige Versicherungsschutz im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht.

bAV (betriebliche Altersversorgung)

Mit der bAV (betriebliche Altersversorgung) bietet der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern staatlich geförderte finanzielle Leistungen zur Alters- und Hinterbliebenversorgung sowie zur Absicherung gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit an. Die Beiträge können entweder alleine durch den Arbeitgeber, den Arbeitnehmer oder anteilig durch beide finanziert werden.

Zur bAV zählen staatlich geförderte Versicherungsprodukte, die zur 2. Schicht (Zusatzversorgung) des 3-Schichtenmodells der Altersvorsorge zählen, welches 2005 im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes eingeführt wurde.

Derzeit gibt es 5 Durchführungswege zur betrieblichen Altersversorgung (bAV):

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Unterstützungskasse
  • Pensionszusage
Beihilfeversicherung

Bei Beamten, Beamtenanwärtern und deren Angehörigen beteiligt sich der Dienstherr an den Kosten für die medizinische Versorgung. Die sogenannte Beihilfe des Dienstherrn deckt in der Regel jedoch nicht alle anfallenden Krankheitskosten. Diese Versorgungslücke kann mit einer Beihilfeversicherung geschlossen werden. 

Beitragsanpassung (BAP)

Die privaten Krankenversicherer müssen jährlich die erforderlichen mit den kalkulierten Versicherungsleistungen ihrer Tarife vergleichen. Kommt es zu Abweichungen von mehr als 10% (tlw. 5%), müssen die Rechnungsgrundlagen für den Beitrag überprüft werden. Dadurch kann es zu Erhöhungen, jedoch auch zu Beitragssenkungen kommen.

Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) 

Die Beiträge zur Sozialversicherung müssen nur bis zu einem bestimmten Einkommensbetrag gezahlt werden bzw. die Höhe der Beiträge ist durch eine Obergrenze gedeckelt. Diese Obergrenze wird als Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet. 


Beitragsfreistellung

Wenn ein Kunde keine Beiträge mehr zahlen kann oder möchte und die Versicherung einen Mindestrückkaufswert aufweist, kann ein Vertrag beitragsfrei gestellt werden, d.h. es müssen keine Beiträge mehr gezahlt werden. Das Guthaben wird wie ein Einmalbeitrag behandelt, aus dem eine neue, beitragsfreie Versicherungssumme ermittelt wird.

In der Regel ist in der Lebens- oder Rentenversicherung eine Wiederinkraftsetzung innerhalb von 2-3 Jahren nach Beitragsfreistellung möglich, innerhalb der ersten 6 Monate sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Beitragsverrechnung

Die Beitragsverrechnung ist ein Überschusssystem, das vor allem in der Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten wird. Die erwirtschafteten Überschüsse werden dazu verwendet den zu zahlenden Versicherungsbeitrag zu reduzieren.

Beleihung

Die Beleihung einer Lebens- oder Rentenversicherung ist über die Inanspruchnahme eines sogenannten Policendarlehens möglich. Nur vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit können ca. 70% - 90% des aktuellen Vertragsguthabens (auch bei fondsgebundenen Policen) entnommen werden. Ist eine Zusatzversicherung eingeschlossen, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Wie bei einem Bankdarlehen müssen auch für dieses Darlehen Zinsen an den Lebensversicherer gezahlt werden; bei fondsgebundenen Verträgen ist dies nicht erforderlich. 

Das Policendarlehen kann entweder bis zum Vertragsablauf bestehen bleiben, dann wird die Höhe der Rente oder Kapitalleistung entsprechend reduziert oder es kann jederzeit zurückgezahlt werden. 

Beratungsprotokoll

Das Beratungsprotokoll ist eine gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation bei der Versicherungsvermittlung, als Nachweis dafür, dass eine ordnungsgemäße Beratung stattgefunden hat. 

Der Versicherungsnehmer kann jedoch auch auf die Beratung oder die Dokumentation durch eine gesonderte schriftliche Erklärung verzichten.

Bewertungsreserven

Von Bewertungsreserven oder auch von sogenannten stillen Reserven spricht man, wenn der Marktwert eines Wertpapiers (z.B. einer Aktie oder festverzinslichen Anleihe) über dessen ursprünglichem Kaufpreis liegt. 

Seit 2008 müssen die Lebensversicherer auslaufende oder gekündigte Verträge zur Hälfte an den vorhandenen Bewertungsreserven beteiligen.

Bezugsrecht

Das Bezugsrecht regelt, wer die Versicherungsleistung im Erlebens- oder Todesfall erhalten soll. Dieses wird zu Vertragsbeginn festgelegt, kann jedoch während der Vertragslaufzeit jederzeit wieder geändert werden.

Man unterscheidet 2 Arten von Bezugsrechten:

Bei der Einräumung eines widerruflichen Bezugsrechts (Regelfall) kann der Versicherte jederzeit ohne die Zustimmung des Bezugsberechtigten das Bezugsrecht ändern. Der widerruflich Bezugsberechtigte erwirbt nur eine „wesenlose Anwartschaft“.

Wird ein unwiderrufliches Bezugsrecht eingeräumt, kann dieses nur noch mit Zustimmung des unwiderruflich Bezugsberechtigten geändert werden. Dieser hat einen Rechtsanspruch auf die fällige Versicherungsleistung. Unter anderem fällt dann das Guthaben bei einem Konkurs des Versicherungsnehmers nicht in die Konkursmasse.

Bonusrente

Die Bonusrente ist ein Überschussverwendungssystem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Im Falle des Eintritts einer Berufsunfähigkeit wird zu der garantierten Berufsunfähigkeitsrente eine zusätzliche Bonusrente aus den Überschüssen gezahlt.

C
Cost-Average-Effekt 

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) besagt, dass bei einem regelmäßigen Sparen in gleichbleibenden Beträgen, z.B. einer monatlichen Beitragszahlung in eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung, eine höhere Rendite erzielt werden kann, als bei einer Anlage als Einmalbeitrag. 

Das der Cost-Average-Effekt einen systematisch renditefördernden Effekt hat, ist jedoch wissenschaftlich umstritten.

Courtage

Als Courtage bezeichnet man die Provision, die ein Versicherungsmakler für den Abschluss eines Versicherungsvertrags erhält.

        D-F

        D
        Dachfonds

        Dachfonds sind Investmentfonds, die nicht direkt in Wertpapiere, sondern in die Anteile einzelner Investmentfonds investieren, die wiederum z.B. in Aktien, Anleihen, Immobilien oder anderen Wertpapieren investiert sind. Hierdurch wird das Anlagerisiko breiter gestreut, jedoch auch die Renditechancen geschmälert.

        Deckungskapital

        Das Deckungskapital ist die mit dem Rechnungszins („Garantiezins“) verzinste Ansammlung der Sparanteile eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrags.

        3-Schichten-Modell der Altersvorsorge

        Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde 2005 auch das 3-Schichtenmodell zur Altersvorsorge eingeführt, welches eine Art Baukasten zur Gestaltung der individuellen Altersvorsorge darstellt.

        1. Schicht: Basisversorgung (staatlich gefördert) 
        Hierzu zählen z.B.:

        • die gesetzliche Rentenversicherung
        • berufsständische Versorgungswerke
        • die Beamtenversorgung
        • die Basisrentenversicherung (Rürup-Rente)

        2. Schicht: Zusatzversorgung (staatlich gefördert)
        Hierzu zählen z.B.:

        • die betriebliche Altersversorgung (bAV) 
        • die Zulagenrente (Riester-Rente) 

        3. Schicht: Private Altersvorsorge mit Kapitalanlageprodukten 
        Hierzu zählen u.a. Vorsorgeverträge, für die es keine besondere staatliche Förderung gibt, z.B.:

        • die private Rentenversicherung 
        • die kapitalbildende Lebensversicherung
        Doppelversicherung (Mehrfachversicherung)

        Eine Doppelversicherung liegt vor, wenn ein Versicherungsnehmer unbewusst ein Risiko bei mehreren Versicherern abgesichert hat. Der Versicherungsnehmer kann nach § 79 Abs.1 VVG verlangen, dass der später abgeschlossene Vertrag aufgehoben wird.

        Dynamische Gewinnrente

        Bei der dynamischen Gewinnrente handelt es sich um ein Überschusssystem für die Rentenbezugsphase einer Rentenversicherung.

        Die Überschüsse werden dabei verwendet, um die Rentenzahlung jährlich zu erhöhen. Wie stark die Rente steigt, hängt von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung ab, daher kann nicht garantiert werden, wie stark die Rente ansteigen wird. Bereits durchgeführte Erhöhungen sind jedoch garantiert und können nicht mehr sinken.

        E
        Erhöhte Startrente

        Bei der erhöhten Startrente handelt es sich um ein Überschusssystem für die Rentenbezugsphase einer Rentenversicherung. 

        Die Überschüsse werden dazu verwendet, um eine erhöhte, zusätzliche Rente auszuzahlen. Ab dem 2. Rentenjahr besteht die Möglichkeit die Rente zu dynamisieren. Die Höhe der zusätzlichen Rente hängt von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung ab. Daher kann nicht garantiert werden, ob eine erhöhte, zusätzliche Rente gezahlt wird und wie hoch diese sein wird. Die erhöhte, zusätzliche Rente kann während der Rentenbezugszeit auch sinken oder sogar ganz entfallen.

        Erlebensfallbonus

        Der Erlebensfallbonus ist ein Überschusssystem, das üblicherweise in der Lebens- und Rentenversicherung zur Anwendung kommt. Die Überschüsse werden verzinslich angespart und zum Aufbau einer zusätzlichen Leistung im Erlebensfall verwendet.

        Ertragsanteil

        Private Rentenversicherungen (3. Schicht der Altersvorsorge) werden mit dem Ertragsanteil besteuert. Der Ertragsanteil ist der jährliche Zinsertrag, der sich aus einer Kapitalanlage während des Rentenbezuges ergibt. Dieser Ertragsanteil ist einkommensteuerpflichtig. Die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils bestimmt sich nach dem Alter des Rentenberechtigten bei Beginn der Rente. 

        Geregelt ist der Ertragsanteil in § 22 Einkommensteuergesetz (EStG), dort ist auch die Höhe des Ertragsanteils je nach Renteneintrittsalter tabellarisch dokumentiert.

        ETF (Exchange Traded Funds)

        ETF‘s (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Fonds, die darauf abzielen einen Wertpapierindex, wie z.B. den DAX nachzubilden und somit die gleiche Rendite zu erzielen. 

        Vorteile der ETF’s sind u.a., dass in der Regel die Kosten geringer als für aktiv gemanagte Fonds sind und keine Ausgabeaufschläge erhoben werden. 

        Exklusivvertreter (= Ausschließlichkeitsvertreter)

        Unter dem Begriff Exklusivvertreter versteht man Versicherungsvertreter, die ausschließlich Produkte eines einzigen Versicherungsunternehmens vermitteln.

        F
        Fiktive Abrechnung

        Bei der fiktiven (nur angenommenen) Abrechnung kann ein Geschädigter nach einem Unfall die voraussichtlichen Reparaturkosten von der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung verlangen, ohne eine Reparatur durchführen zu lassen.

        G-I

        G
        GDV

        GDV ist die Abkürzung für den „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft“.

        Gleitender Neuwert

        In der verbundenen Gebäudeversicherung (VGV) versteht man unter dem Gleitenden Neuwert den Betrag, der aufgewendet werden muss, um Sachen in gleicher Art und Güte in einem neuwertigen Zustand herzustellen. Maßgebend ist der ortsübliche Neubauwert. Dazu zählen Gebühren für Architekten sowie sonstige Konstruktions- und Planungskosten. Der Gleitende Neuwert wird in Preisen des Jahres 1914 ausgedrückt (siehe Wert 1914). 

        Gleitender Neuwertfaktor

        Um den Versicherungsbeitrag für eine Wohngebäudeversicherung (VGV) zu ermitteln, wird der sogenannte Gleitende Neuwertfaktor verwendet, der die Entwicklung des Baupreisindex sowie der Tariflöhne im Baugewerbe berücksichtigt. Dieser wird mit dem Wert 1914 sowie dem Tarifbeitragssatz des Versicherers multipliziert, um den Versicherungsbeitrag zu errechnen.

        Der Gleitende Neuwertfaktor wird jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als Empfehlung für die Versicherer vorgegeben. 

        Gliedertaxe

        Die Gliedertaxe ist ein Begriff, der in der Regel in der Unfallversicherung verwendet wird. Sie beschreibt und bewertet in einer Tabelle den Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit von Körperteilen, Organen oder Sinnesorganen und ist damit die Grundlage für die Berechnung eines Invaliditätsgrads, nach dem sich die Leistung der Unfallversicherung bemisst.

        H
        Heilmittel

        Unter dem Begriff Heilmittel versteht man therapeutische Maßnahmen, die überwiegend auf den Körper von außen wirken, z.B. Physiotherapie, Massagen, Logopädie, Ergotherapie und Podologie. 

        Hilfsmittel

        Zu den Hilfsmitteln zählen z.B. Bandagen, Gehhilfen, Hörhilfen, Prothesen, Messgeräte und Pflegehilfsmittel.

        Alle Hilfsmittel sind sowohl bei der gesetzlichen (GKV) als auch der privaten Krankenversicherung (PKV) in einem Verzeichnis dokumentiert. 

        I
        Investmentbonus

        Der Investmentbonus ist ein Überschusssystem, bei dem die Überschüsse in Investmentfonds angelegt und im Leistungsfall oder bei Vertragsablauf ausgezahlt werden.

        J-L

        J
        Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

        Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird auch als Versicherungspflichtgrenze bezeichnet. Hat ein Arbeitnehmer ein regelmäßiges jährliches Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, unterliegt er nicht mehr der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sondern kann sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) oder weiter freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern.

        Für bereits zum 31.12.2002 privat Krankenversicherte, gilt eine besondere, niedrigere Jahresarbeitsentgeltgrenze.


        K
        Kapitalwahlrecht

        Zum Ablauf einer privaten Rentenversicherung sehen die Verträge üblicherweise vor, dass man zwischen dem Bezug einer Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalauszahlung (Kapitalwahlrecht) wählen kann. 

        L
        Leistungsausschluss

        Ergibt eine Gesundheitsprüfung, dass aufgrund von Vorerkrankungen eines Antragstellers und der damit verbundenen zu erwartenden Kosten kein angemessener Risikozuschlag angesetzt werden kann, können anstatt einer Antragsablehnung ein oder mehrere Risiken vom Versicherungsschutz über einen Leistungsausschluss ausgeschlossen werden.

        M-O

        M
        Mehrfachversicherung (Doppelversicherung)

        Eine Mehrfachversicherung liegt vor, wenn ein Versicherungsnehmer unbewusst ein Risiko bei mehreren Versicherern abgesichert hat. Der Versicherungsnehmer kann nach § 79 Abs.1 VVG verlangen, dass der später abgeschlossene Vertrag aufgehoben wird.

        Mehrfachvertreter/Mehrfachagent

        Unter Mehrfachvertreter versteht man Versicherungsvermittler, die für mehrere Versicherungsunternehmen tätig sind. Sie sind vertraglich an diese Versicherer gebunden. 

        N
        Neuwert

        Unter dem Neuwert in der Wohngebäudeversicherung (VGV) versteht man bedingungsgemäß den ortsüblichen Neubauwert eines Gebäudes einschließlich der Gebühren für Architekten sowie sonstiger Konstruktions- und Planungskosten.

        O
        Obliegenheit

        Obliegenheiten sind vertragliche Pflichten des Versicherungsnehmers nach Vertragsabschluss und im Versicherungsfall. Sie verlangen ein bestimmtes Verhalten, welches in einem Tun oder Unterlassen bestehen kann.

        Ombudsmann

        Der Versicherungsombudsmann ist eine Schlichtungsstelle für Versicherungsstreitigkeiten zwischen Verbrauchern und Versicherern. Für Verbraucher überprüft er neutral und kostenlos die Entscheidungen von Versicherern oder Versicherungsvermittlern. Er hat die Befugnis Versicherungsunternehmen bis zu einer Leistung von 10.000.- EUR zu verpflichten.

        P-R

        P
        Pflege-Bahr

        Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte (60.- EUR jährlich) Pflegezusatzversicherung (Pflegetagegeld) ohne Gesundheitsprüfung. 

        PHV

        PHV ist die Abkürzung für „Private Haftpflichtversicherung“.

        Policendarlehen

        Durch die Inanspruchnahme eines sogenannten Policendarlehens ist die Beleihung einer Lebens- oder Rentenversicherung möglich. Nur vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit können ca. 70% - 90% des aktuellen Vertragsguthabens (auch bei fondsgebundenen Policen) entnommen werden. Ist eine Zusatzversicherung eingeschlossen, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Wie bei einem Bankdarlehen müssen auch für dieses Darlehen Zinsen an den Lebensversicherer gezahlt werden; bei fondsgebundenen Verträgen ist dies nicht erforderlich. 

        Das Policendarlehen kann entweder bis zum Vertragsablauf bestehen bleiben, dann wird die Höhe der Rente oder Kapitalleistung entsprechend reduziert oder es kann jederzeit zurückgezahlt werden. 

        Produktinformationsblatt (PIB)

        Versicherungsunternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet Versicherungsnehmer vor Vertragsabschluss über die wichtigsten Punkte des Versicherungsvertrags leicht verständlich zu informieren. Hierzu dient das Produktinformationsblatt (PIB). Da es für alle Versicherungszweige den gleichen Aufbau bzw. die gleichen Punkte in der gleichen Reihenfolge enthalten muss, erfüllt es dadurch außerdem den Zweck, dass Versicherungsprodukte besser miteinander vergleichbar werden.

        Pro rata temporis (p.r.t.)

        Unter pro rata temporis (p.r.t.) versteht man in der Versicherungsbranche eine taggenaue Abrechnung für den Zeitraum, in dem Versicherungsschutz bestand.

        R
        Reduktion in Yield (RiY)

        Die Reduction in Yield (RiY) ist eine Kennzahl zur Messung der effektiven Kostenbelastung von Altersvorsorgeverträgen. Sie misst, wie sich die in einen Vertrag einkalkulierten Kosten auf dessen Rendite auswirken.

        Mit der Reduction in Yield (RiY) sollen Altersvorsorgeverträge besser vergleichbar und die Kosten einer Police transparenter werden.

        Regionalklasse

        Die Regionalklasse ist ein Risikomerkmal für die Kfz-Haftpflicht-, die Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

        Regionalklassen geben Auskunft über die Schadenbilanz von ca. 400 deutschen Kfz-Zulassungsbezirken. Sie zeigen auf, wo Autofahrer wie viele Schäden verursachen und wie teuer diese sind. Sie werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt. Je besser die Schadenbilanz in dem Zulassungsbezirk, in welchem der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat, desto günstiger wirkt sich dies auf den Beitrag zur Kfz-Versicherung aus. 

        Die vom GDV erstellten Regionalstatistiken stellen eine Empfehlung dar und sind für die Versicherer unverbindlich. Daher können Versicherer auch von den empfohlenen Regionalklassen abweichen.

        Rentenfaktor

        Der Rentenfaktor gibt die Rentenhöhe je z.B. 10.000.- EUR angespartes Kapital in einer Fondgebundenen Rentenversicherung an. Er ist in der Police (Versicherungsschein) dokumentiert.

        Beispiel:

        • Angespartes Kapital zum Ablauf einer Fondsgebundenen Rentenversicherung: 100.000.- EUR
        • Rentenfaktor 30,00
        • Die Rentenzahlung beträgt dann monatlich 300.- EUR
        Risikobeitrag

        Der Risikobeitrag ist der Anteil des Beitrags, der kalkulatorisch zur Zahlung der Versicherungsleistungen dient.

        Risikovoranfrage

        Die Risikovoranfrage ist eine Art „anonymisierter Probeantrag“. 

        Wenn man sich nicht sicher ist, ob Vorerkrankungen/aktuelle Erkrankungen zu einer Ablehnung des Antrages, zu einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss führen könnten, kann man vor der Antragsstellung eine Risikovoranfrage mit einem Versicherungsexperten bei einem oder mehreren Versicherern anonym unter Angabe des Gesundheitszustandes stellen. So weiß man anschließend konkret, ob ein Versicherer den Antrag annimmt und wenn ja, zu welchen Konditionen, d.h. mit/ohne Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen.

        Des Weiteren hat dies den Vorteil, dass man trotz der Ablehnung einer oder mehrerer Versicherer noch einen Vertrag bei einem anderen Versicherer bekommen kann. Im Antrag wird in der Regel danach gefragt, ob bereits einmal ein Antrag abgelehnt worden ist.

        Risikozuschlag

        Versicherer kalkulieren ihren Beitrag für Kollektive (Gruppen) mit gleichartigen Risikomerkmalen. Für erhöhte Risiken (z.B. Menschen mit Vorerkrankungen oder ein dauerhaft leer stehendes Haus) ist daher der kalkulierte Beitrag nicht ausreichend. Damit das Risiko trotzdem versichert werden kann, muss ein Ausgleich über einen entsprechenden Zuschlag auf den Beitrag, den sogenannten Risikozuschlag, erhoben werden.

        Sofern das erhöhte Risiko nicht mehr besteht, kann der Risikozuschlag auch wieder entfallen. Hierzu muss der Versicherungsnehmer aktiv auf seinen Versicherer zugehen.

        Risikozwischenbeitrag 

        - siehe Teilstundung

        Rückkaufswert

        Der Rückkaufswert ist der Auszahlungsbetrag, der ein Versicherungsnehmer erhält, wenn er seine (Fondsgebundene) Lebens- oder Rentenversicherung kündigt. 

        Der Rückkaufwert einer klassischen Lebens- oder Rentenversicherung setzt sich wie folgt zusammen:

        Deckungskapital
        (+) ggf. bereits angesammelte Überschüsse 
        (+) ggf. einer Schlussüberschussbeteiligung inkl. einer Beteiligung an den Bewertungsreserven
        (-) ggf. eines Stornoabzugs

        Der Rückkaufswert einer Fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung ergibt sich aus dem Fondguthaben, dessen Höhe von dem aktuellen Kurs der Fondanteile abhängt, ggf. vermindert um einen Stornoabzug.

        Run-off

        Unter dem Run-off eines Versicherungsunternehmens versteht man die vollständige Einstellung des Neugeschäfts. Verträge im Versicherungsbestand werden vertragsgemäß abgewickelt. 

        Häufig kapseln die Versicherer den Run-off Bestand in separaten, eigenen Gesellschaften oder verkaufen ihre Bestände an sogenannte Run-off Gesellschaften, welche die Run-off Bestände mehrerer Versicherer bündeln und vertragsgemäß abwickeln.

        Rückversicherung

        Die Rückversicherung ist eine Maßnahme des Erstversicherers, um das von ihm übernommene Versicherungsrisiko weiter zu streuen. Dazu werden einzelne oder ein ganzes Portfolio von eingegangenen Risiken auf einen oder mehrere Rückversicherer verteilt. Hierzu kommt ein Vertrag zwischen dem Erst- und Rückversicherer zustande. Es gibt keine vertragliche Verbindung zwischen dem Rückversicherer und den Versicherungsnehmern des Erstversicherers.

        Rürup-Rente (= Basisrente)

        Die Rürup-Rente ist eine staatliche geförderte Rentenversicherung, die zur 1. Schicht (Basisversorgung) des 3-Schichtenmodells der Altersvorsorge zählt, welches 2005 im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes eingeführt wurde.

        Die Rürup-Rente ist insbesondere ein sehr guter Baustein zur Altersvorsorge für Selbstständige, Freiberufler sowie Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen.

        S-U

        S
        Schichtenmodell (3-Schichtenmodell der Altersvorsorge)

        Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde 2005 auch das 3-Schichtenmodell zur Altersvorsorge eingeführt, welches eine Art Baukasten zur Gestaltung der individuellen Altersvorsorge darstellt.

        1. Schicht: Basisversorgung (staatlich gefördert) 
        Hierzu zählen z.B.:

        • die gesetzliche Rentenversicherung
        • berufsständische Versorgungswerke
        • die Beamtenversorgung
        • die Basisrentenversicherung (Rürup-Rente) 

        2. Schicht: Zusatzversorgung (staatlich gefördert)
        Hierzu zählen z.B.:

        • die betriebliche Altersversorgung (bAV) 
        • die Zulagenrente (Riester-Rente) 

        3. Schicht: Private Altersvorsorge mit Kapitalanlageprodukten 
        Hierzu zählen u.a. Vorsorgeverträge, für die es keine besondere staatliche Förderung gibt, z.B.:

        • die private Rentenversicherung 
        • die kapitalbildende Lebensversicherung
        Schlussüberschussanteil

        Der Schlussüberschussanteil wird zum Ablauf einer Lebens- oder Rentenversicherung fällig und dann dem Vertrag zugeteilt. Wird der Vertrag vor Ablauf beendet, z.B. durch Kündigung, erhält der Versicherungsnehmer keinen oder einen geringeren Schlussüberschussanteil.

        Sockelbeitrag

        Der sogenannte Sockelbeitrag ist der Mindesteigenbeitrag, der vom Förderberechtigten gezahlt werden muss, um die volle staatliche Zulage für einen Riester-Vertrag zu erhalten. Der Sockelbeitrag orientiert sich an der Höhe der beitragspflichtigen Einnahmen des Förderberechtigten im Vorjahr.

        Sparanteil/Sparbeitrag

        Der Sparanteil bzw. Sparbeitrag ist der Teil des Versicherungsbeitrags, der dazu dient in der Lebens- und Rentenversicherung die garantierte Versicherungsleistung zum Vertragsablauf zu finanzieren.

        Der Sparanteil wird verzinslich mit dem Rechnungszins („Garantiezins“) angesammelt und ergibt zum Vertragsablauf die garantierte Versicherungssumme bzw. den Barwert für die künftigen garantierten Rentenzahlungen.

        Die mit dem Rechnungszins („Garantiezins“) verzinste Ansammlung der Sparanteile eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrags bezeichnet man als Deckungskapital.

        Stundung

        - siehe Teilstundung
        - siehe Vollstundung

        T
        Teilstundung (Risikozwischenbeitrag)

        Bei der sogenannten Teilstundung (Risikozwischenbeitrag) kann mit dem Versicherer vereinbart werden, dass für einen Zeitraum bis zu ca. 12 Monaten nur ca. 10% der Beiträge gezahlt werden müssen. Beinhaltet die Lebens- oder Rentenversicherung eine Zusatzversicherung, dann ca. 30% der Beiträge. Der Versicherungsschutz bleibt jeweils in voller Höhe erhalten. 

        Nach Ablauf der 12 Monate können dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachgezahlt oder die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme/Rente entsprechend reduziert werden (Beitragsverrechnung).

        Todesfallbonus

        Der Todesfallbonus ist ein Überschusssystem, das vor allem in der Risikolebensversicherung und der klassischen Lebensversicherung angeboten wird. Im Todesfall wird die garantierte Versicherungssumme um eine zusätzliche Versicherungssumme aus Überschüssen erhöht und den Hinterbliebenen ausgezahlt.

        Typklasse

        Die Typklasse ist ein Risikomerkmal in der Kfz-Versicherung zur Berechnung der Beiträge für die Kfz-Versicherung (Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung). 

        Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen für alle in Deutschland zugelassenen Automodelle wider. Je niedriger ein Fahrzeug in einer Typklasse eingestuft ist, desto günstiger wirkt sich das auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus.

        In dem sogenannten Typklassenverzeichnis werden alle am Markt befindlichen Fahrzeugtypen mit ihren zugehörigen Daten aufgelistet. 

        U
        Überschussbeteiligung

        Versicherungsbeiträge sind sehr vorsichtig kalkuliert, damit die Versicherer jederzeit ihr Leistungsversprechen einhalten können. Sofern die Erträge aus den Vermögensanlagen höher waren als kalkuliert (Zinsgewinn), der Sterblichkeitsverlauf günstiger war als kalkuliert (Risikogewinn) oder die Kosten geringer waren als kalkuliert wurde (Kostengewinn), entstehen Überschüsse. Die Versicherer lassen die Überschüsse wieder größtenteils ihren Versicherten zugute kommen.

        Überschussdeklaration

        In jedem Jahr wird von den Lebensversicherern für das Folgejahr festgelegt und bekanntgegeben, in welchem Umfang die Versicherungsnehmer an den Überschüssen beteiligt werden. Dies bezeichnet man als Überschussdeklaration.

        Unterversicherung

        Eine Unterversicherung liegt vor, wenn der Wert der versicherten Sachen zum Eintritt des Versicherungsfalls höher als die vereinbarte Versicherungssumme ist. Im Falle eines Totalschadens wird dann nur die Versicherungssumme ausgezahlt. Wird nur ein Teil der versicherten Sachen zerstört, wird der Schaden im Verhältnis Versicherungssumme zu Versicherungswert ersetzt.

        Unterversicherungsverzicht

        Bei einem Unterversicherungsverzicht in der Hausratversicherung verzichtet der Versicherer auf eine Prüfung einer möglichen Unterversicherung im Schadenfall, wenn die Versicherungssumme durch die Zugrundelegung einer bestimmten Versicherungssumme je Quadratmeter Wohnfläche, die der Versicherer vorgibt, ermittelt wurde. Der Schaden wird dann ohne Abzüge bis zur vereinbarten Versicherungssumme ersetzt.

        Unverfallbarkeit

        Unter Unverfallbarkeit oder unverfallbare Anwartschaft versteht man im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) einen Anspruch des Arbeitnehmers auf die durch den Arbeitgeber zugesagte betriebliche Altersversorgung auch dann, wenn der Arbeitgeber gewechselt wird oder eine Erwerbsunfähigkeit eintritt. Hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

        Bei den Regelungen zur Unverfallbarkeit muss unterschieden werden, ob die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung alleine durch den Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) gezahlt wurden oder ob die Beiträge zusätzlich zum Gehalt durch den Arbeitgeber (arbeitgeberfinanziert) finanziert wurden.

        V-Z

        V
        Variable Gewinnrente

        Bei der variablen Gewinnrente handelt es sich um ein Überschusssystem für die Rentenbezugsphase einer Rentenversicherung. 

        Die Überschüsse werden dazu verwendet, um eine zusätzliche Rente zu zahlen, deren Höhe von der für das jeweilige Jahr festgesetzten Überschussbeteiligung abhängig ist. Daher kann die Höhe der zusätzlichen Rente nicht garantiert werden. Entsprechend kann die zusätzliche Rente während der Rentenphase auch sinken oder sogar ganz entfallen.

        Versicherungsberater

        Versicherungsberater sind von einem Versicherungsunternehmen unabhängige, neutrale Berater zum Thema Versicherungen. Sie erhalten keinen wirtschaftlichen Vorteil (z.B. Provision) von Versicherungsunternehmen, sondern ein Honorar vom Auftraggeber.

        Versicherungsberater beraten z.B. bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen. Sie vertreten ihre Auftraggeber auch im Schadensfall außergerichtlich gegenüber dem jeweiligen Versicherungsunternehmen.

        Versicherungsmakler

        Ein Versicherungsmakler übernimmt gewerbsmäßig für einen Auftraggeber die Vermittlung oder den Abschluss von Versicherungsverträgen, ohne von einem Versicherungsunternehmen oder von einem Versicherungsvertreter beauftragt worden zu sein. Der Versicherungsmakler wird ausschließlich im Interesse seiner Kunden tätig.

        Für die Vermittlung eines Versicherungsprodukts erhält der Versicherungsmakler eine Courtage.

        Versicherungspflichtgrenze

        Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) wird auch als Versichersicherungspflichtgrenze bezeichnet (siehe Jahresarbeitsentgeltgrenze)

        Versicherungsvertreter

        Ein Versicherungsvertreter ist von einem Versicherungsunternehmen oder einem anderen Versicherungsvertreter damit beauftragt gewerbsmäßig Versicherungsverträge zu vermitteln.

        Für die Vermittlung eines Versicherungsprodukts erhält der Versicherungsvertreter eine Provision.

        Verzinsliche Ansammlung

        Die verzinsliche Ansammlung ist ein Überschusssystem, bei dem die laufenden Überschüsse verzinslich mit einem festgelegten Ansammlungszinssatz angespart werden. Zum Vertragsablauf/Rentenbeginn wird das angesammelte Guthaben dazu verwendet die Kapitalleistung oder die garantierte Rente zu erhöhen. 

        VHV

        VHV ist die Abkürzung für „Verbundene Hausratversicherung“.

        VGV

        VGV ist die Abkürzung für „Verbundende Gebäudeversicherung“.

        Vollstundung

        Bei der sogenannten Vollstundung kann mit dem Versicherer vereinbart werden, dass für einen Zeitraum bis zu ca. 6 Monaten (ggf. auch länger) keine Beiträge gezahlt werden müssen. Der Versicherungsschutz, auch für Zusatzversicherungen, bleibt in voller Höhe erhalten. 

        Nach Ablauf der 6 Monate können dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachgezahlt oder die vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung entsprechend reduziert werden (Verrechnung mit dem Beitrag).

        VVG

        VVG ist die Abkürzung für „Versicherungsvertragsgesetz“.

        W
        Wahlleistungen

        Durch den Abschluss einer stationären Zusatzversicherung (Krankenhauszusatzversicherung) können gesetzlich Versicherte Wahlleistungen vereinbaren und damit die gesetzlichen Grundversorgung bei einem Krankenhausaufenthalt aufwerten und ausdehnen. 

        Zu den Wahlleistungen zählen:

        • Unterbringung im 1- oder 2-Bettzimmer
        • Kosten für eine privatärztliche Behandlung (Chefarztbehandlung) 
        • Wahlverpflegung

        Die Vorteile einer solchen Versicherung liegen im Wesentlichen darin, dass Sie das Krankenhaus frei auswählen können, Sie als Privatpatient vom Chefarzt behandelt werden und die Unterbringung im 1- oder 2-Bettzimmer erfolgt, anstatt in einem Mehrbettzimmer. Dadurch haben Sie die Möglichkeit die bestmögliche medizinische Behandlung und Versorgung zu erhalten sowie den anschließenden Genesungsprozess zu fördern.

        Wert 1914

        Der Wert 1914 ist Grundlage zur Berechnung der Versicherungssumme in der Verbundenen Gebäudeversicherung (VGV). 

        Um den Wert von Wohngebäuden vergleichen zu können, werden sie in Preisen des Jahres 1914 bewertet. Das Jahr 1914 wird als Basis herangezogen, da es das letzte Jahr mit einem stabilen Baupreisniveau ohne große Schwankungen war. Des Weiteren können die Baukosten für Gebäude auf das Jahr 1914 zurückgerechnet werden, weil die meisten versicherten Gebäude nach 1914 erbaut wurden.

        Wiederinkraftsetzung

        In der Regel ist in der Lebens- oder Rentenversicherung eine Wiederinkraftsetzung innerhalb von 2-3 Jahren (in Abhängigkeit vom Vertragsinhalt) nach Beitragsfreistellung möglich, innerhalb der ersten 6 Monate sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.

        Wiederinkraftsetzungen sind auch in anderen Versicherungszweigen möglich. Die Voraussetzungen hierzu können den Versicherungsbedingungen zum Vertrag entnommen werden.

        Widerruf

        Der Versicherungsnehmer hat nach § 8 Abs. 1 Satz 1 VVG das Recht seine Versicherungserklärung innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. Grundsätzlich gilt das Widerrufsrecht für sämtliche Versicherungszweige.

        Im Antragsmodell ist die Versicherungserklärung der Antrag des Versicherungsnehmers, im Invitatio-Modell ist es seine Annahmeerklärung.

        Widerspruch

        Wenn der Inhalt eines Versicherungsscheins (Police) vom Antrag eines Versicherungsnehmers oder den getroffenen Vereinbarungen abweicht, kann der Versicherungsnehmer nach § 5 VVG innerhalb von 1 Monat nach Zugang des Versicherungsscheins schriftlich widersprechen. Wenn er dies nicht macht, gelten die Abweichungen in der Police als genehmigt.

        Der Versicherer muss bei der Übermittlung des Versicherungsscheins den Versicherungsnehmer darüber in Kenntnis setzen, dass die Abweichungen als genehmigt gelten, wenn er nicht innerhalb eines Monats nach Zugang des Versicherungsscheins in Textform widerspricht. Zusätzlich muss der Versicherer durch einen auffälligen Hinweis im Versicherungsschein auf jede Abweichung inkl. der damit verbundenen Rechtsfolgen aufmerksam zu machen.

        Z
        Zulage (bei Riester-Verträgen)

        Die Riester-Rente (Zulagenrente) wird staatlich mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert. 

        Jeder Riester-Sparer erhält seit dem 1.1.2018 pro Jahr eine Grundzulage in Höhe von 175.- EUR (vorher 154.- EUR). 

        Zusätzlich erhält der Riester-Sparer für jedes Kind, das nach dem 31.12.2007 geboren wurde, eine Kinderzulage von 300.- EUR pro Jahr und Kind. Für davor geborene Kinder bekommt er eine jährliche Kinderzulage von 185.- EUR je Kind.

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