Die Grundfähigkeitsversicherung als Alternative zur BU

11. August 2020
Die starke Beeinträchtigung oder der Verlust wesentlicher körperlicher und geistiger Fähigkeiten (z.B. Gebrauch der Arme, Gebrauch der Hand, Sehen, Sprechen, Hören etc.) durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall ist ein existenzbedrohendes Lebensrisiko. Insbesondere, wenn der Beruf längerfristig oder gar nicht mehr ausgeübt werden kann, entstehen nach kurzer Zeit finanzielle Engpässe, die kompensiert werden müssen, damit der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden kann. Die staatliche Erwerbsminderungsrente, sofern überhaupt ein Anspruch darauf besteht (z.B. Selbständige und Berufsanfänger haben keine Ansprüche), fällt in der Regel zu gering aus und auch die Leistungen der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung sind nicht ausreichend, um diese Lücken zu schließen.

Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte Rente, wenn der Versicherte aufgrund einer schweren Krankheit oder wegen eines Unfalls mindestens einer der definierten elementaren körperlichen oder geistigen Fähigkeiten verliert bzw. diese stark beeinträchtigt sind. Voraussetzung für die Leistungserbringung ist, dass der Verlust der definierten Grundfähigkeit voraussichtlich 6 Monate (bei vielen Versicherern 12 Monate) ununterbrochen vorliegen wird oder schon seit 6 Monaten bestanden hat. Die Rente wird für die Dauer der Beeinträchtigung bzw. bis zum Ende der Vertragslaufzeit gezahlt. Die Zahlung erfolgt unabhängig davon, ob der Beruf noch ausgeübt werden kann oder nicht. Bei Eintritt eines Leistungsfalls entfällt zudem Beitragszahlung für den Versicherten.

Die folgenden Grundfähigkeiten sind bei nahezu allen Versicherern als Basisschutz abgesichert:

• Arme gebrauchen
• Hand gebrauchen
• Heben und Tragen
• Gehen
• Knien und Bücken
• Sitzen
• Stehen
• Sehen
• Hören
• Sprechen

Weitere Grundfähigkeiten, wie z.B. Auto fahren, geistige Leistungsfähigkeit etc. können hinzuversichert werden. Einige Versicherer bieten darüber hinaus die Option den Eintritt schwerer Krankheiten zusätzlich abzusichern. Wenn eine dieser definierten Krankheiten diagnostiziert wird, wird eine einmalige vorher vereinbarte Kapitalleistung erbracht, die zur freien Verwendung steht. Damit können dann z.B. moderne Behandlungs- und Therapiemethoden finanziert werden.

Unseres Erachtens ist die Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll für Personenkreise, die in ihrem Beruf überwiegend körperlich und handwerklich tätig sind, künstlerisch arbeiten oder professionell Sport betreiben.

Im Vergleich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge ist die Gesundheitsprüfung wesentlich einfacher und die Beiträge günstiger. Daher ist sie insbesondere für die genannten Personenkreise eine geeignete Alternative, wenn keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder ggf. auch keine Schwere Krankheiten Vorsorge abgeschlossen werden konnte, weil entweder Vorerkrankungen zu einer Antragsablehnung führten oder die Beiträge nicht dauerhaft finanziell zu stemmen waren.

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