Beitragszahlungsschwierigkeiten? - kein Problem, wichtige Tipps

14. August 2020

Bei kurzfristigen Zahlungsengpässen (bis zu 12 Monaten)

Vollstundung

Bei der sogenannten Vollstundung können Sie mit Ihrem Versicherer vereinbaren, dass Sie für einen Zeitraum bis zu ca. 6 Monaten (ggf. auch länger) keine Beiträge zahlen müssen. Der Versicherungsschutz, auch für Zusatzversicherungen, bleibt in voller Höhe erhalten.

Nach Ablauf der 6 Monate können Sie dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachzahlen oder Ihre vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung wird entsprechend reduziert (Beitragsverrechnung).

Teilstundung

Bei der sogenannten Teilstundung (Risikozwischenbeitrag) können Sie mit Ihrem Versicherer vereinbaren, dass Sie für einen Zeitraum bis zu ca. 12 Monaten nur ca. 10% der Beiträge zahlen müssen. Beinhaltet Ihre Rentenversicherung eine Zusatzversicherung, dann ca. 30% der Beiträge. Der Versicherungsschutz bleibt in voller Höhe erhalten.

Nach Ablauf der 12 Monate können Sie dann entweder die gestundeten Beiträge in voller Höhe nachzahlen oder Ihre vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung wird entsprechend reduziert (Beitragsverrechnung).

Policendarlehen

Durch ein Policendarlehen können Sie vorübergehend oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit ca. 70% - 90% Ihres aktuellen Vertragsguthabens entnehmen. Wenn Sie eine Zusatzversicherung eingeschlossen haben, ca. 70%, falls nicht, dann ca. 90%. Wie bei einem Bankdarlehen müssen Sie auch für dieses Darlehen Zinsen an Ihren Lebensversicherer zahlen.

Das Darlehen können Sie entweder bis zum Vertragsablauf bestehen lassen, dann wird die Höhe der Rente oder Kapitalleistung entsprechend reduziert oder Sie können es jederzeit zurückzahlen. Ein Darlehensangebot inkl. Konditionen können Sie bei Ihrem Versicherungsexperten oder direkt beim Versicherer anfragen.

Bei langfristigen Zahlungsengpässen (über 12 Monate)

Beitragsfreistellung

Bei einer Beitragsfreistellung zahlen Sie grundsätzlich keine Beiträge mehr bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Das Vertragsguthaben wird als eine Einmalbeitragszahlung betrachtet, aus der eine beitragsfreie Rente/Kapitalleistung bis zum Ende der Laufzeit ermittelt wird.

Es besteht jedoch die Möglichkeit den Vertrag wieder in Kraft zu setzen (Wiederinkraftsetzung). 

In der Regel ist eine Wiederinkraftsetzung innerhalb von 2 Jahren nach Beitragsfreistellung möglich. Zu beachten ist jedoch hierbei, dass nur innerhalb der ersten 6 Monate nach Beitragsfreistellung, eine Wiederinkraftsetzung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist. Bei einer späteren Wiederinkraftsetzung ist wieder eine vollständige Gesundheitsprüfung notwendig. Da für eine klassische, private Rentenversicherung keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist, ist dies nur relevant, wenn eine Todesfallleistung oder eine Zusatzversicherung (z.B. Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) zusätzlich vereinbart wurde.

Beitragsreduktion

Um Zahlungsengpässe langfristig zu überbrücken, können des Weiteren die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit reduziert werden. Die zum Vertragsablauf vereinbarte Versicherungsleistung (Rente oder Kapitalauszahlung) wird ebenfalls entsprechend reduziert.

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