Ist der Neuabschluss einer Förderpflege (Pflege-Bahr) sinnvoll?

6. Februar 2021

Grundsätzliches

Die gesetzliche und die private Pflegepflichtversicherung stellen für gesetzliche (GKV) als auch privat Krankenversicherte (PKV) eine gute Grundversorgung für den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit bereit. Jedoch deckt diese Basisversorgung in der Regel nicht alle entstehenden Pflegekosten ab. Dadurch entsteht beim Eintritt einer Pflegebedürftigkeit eine Versorgungslücke sowohl für gesetzlich als auch für privat Pflegeversicherte. Zur Schließung dieser Versorgungslücke wird das Einkommen sowie das private Vermögen der pflegebedürftigen Person herangezogen. Ist kein Vermögen vorhanden oder ist dieses nach längerer Pflegebedürftigkeit aufgebraucht, springt das Sozialamt für die Zahlung der zusätzlichen Pflegekosten ein. Jedoch prüft das Sozialamt, ob sich die Kinder an den Pflegekosten beteiligen müssen. Gegebenenfalls müssen diese dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell unterstützen.

Den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung erachten wir daher als sinnvoll.

Sie schützt das private Vermögen sowie die Kinder der pflegebedürftigen Person vor einer dauerhaften Zahlung von Pflegekosten in bedeutender Höhe. Des Weiteren bietet sie den Vorteil, dass die pflegebedürftige Person das ganze Spektrum möglicher Pflegeleistungen nutzen und weiterhin ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen kann.

Die Förderpflege (Pflege-Bahr)

Die Förderpflege, der sogenannte „Pflege-Bahr“ ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung bzw. ein Pflegetagegeld ohne Gesundheitsprüfung mit 5-jähriger Wartezeit. Die staatliche Förderung beträgt 5.- EUR im Monat bzw. 60.- EUR im Jahr.

Das durch einen Pflege-Bahr maximal absicherbare Pflegetagegeld reicht jedoch auch nicht aus, um die Versorgungslücke beim Eintritt einer Pflegebedürftigkeit vollständig zu schließen. Mit dem Abschluss eines Pflege-Bahrs kann die Versorgungslücke nur verringert werden.

Unseres Erachtens ist der Abschluss einer ungeförderten Pflegezusatzversicherung mit Gesundheitsprüfung oder eine Kombination aus dieser und einem Pflege-Bahr eine geeignete Möglichkeit die Versorgungslücke durch den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit vollständig zu schließen. Sofern der Gesundheitszustand zu einer Antragsablehnung einer ungeförderten Pflegezusatzversicherung geführt hat, kann der Pflege-Bahr zumindest durch Personenkreise mit wesentlichen Vorerkrankungen und hohem Pflegerisiko genutzt werden, um die Versorgungslücke und damit verbundene finanzielle Belastungen beim Eintritt einer Pflegebedürftigkeit zu verringern.

Um eine bedarfsgerechte sowie die günstigste Absicherungsalternative zu finden, ist eine Beratung durch einen Versicherungsexperten zu empfehlen.

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