Private Krankenversicherung - die wichtigsten Tipps

22. Mai 2021

Produktauswahl und Neuabschluss einer Privaten Krankenversicherung

Grundsätzliches

Wer sich privat krankenversichern will, sollte sich vor Abschluss umfassend informieren und die Tarifangebote für Private Krankenversicherungen am Markt gründlich vergleichen. Grundsätzlich findet man am Markt 3 Tarifformen für die Private Krankenversicherung vor:

  1. Ein Tarif beinhaltet ambulante, stationäre und Zahnleistungen (Kompakttarife)
  2. Ein Tarif beinhaltet ambulante und stationäre Leistungen, unterschiedliche Zahntarife können als Baustein hinzuversichert werden
  3. Es gibt jeweils separate Bausteine (Module) für Ambulante, Stationäre und Zahnleistungen, die individuell kombiniert werden können

Durch diese Kombinationsvielfalt wird deutlich, dass ein Tarifvergleich sehr herausfordernd ist.

„Spartarife“ mit sehr günstigen Beiträgen sind zwar billiger, bieten aber deutlich weniger Leistung. Teilweise sogar weniger als der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, z.B. keine ambulante Psychotherapie oder andere, aus unserer Sicht wichtige Leistungen.

Wesentliche Prüfpunkte für Ambulante Leistungen einer Privaten Krankenversicherung

Primärarztprinzip oder freie Arztwahl
In vielen günstigen PKV-Tarifen gilt häufig das Primärarztprinzip: Der Versicherte muss bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Augenarzt, Zahnarzt, Gynäkologe) den Hausarzt entscheiden lassen, ob eine Überweisung zum Facharzt notwendig ist bzw. benötigt von diesem eine Überweisung zum Facharzt. Beim direkten Besuch eines Facharztes ohne Überweisung drohen ansonsten deutliche Kürzungen bei der Kostenerstattung als Sanktion. Wer diese Einschränkung nicht hinnehmen möchte, sollte sich für einen Tarif mit freier Arztwahl entscheiden.

Ambulante Psychotherapie
Auch ambulante Psychotherapie ist je nach Tarif oft auf nur 10 bis 20 Sitzungen pro Jahr begrenzt oder sogar ausgeschlossen. Soll die Behandlung auch durch nichtärztliche Psychotherapeuten erfolgen dürfen, muss dies in den Tarifbedingungen ausdrücklich vereinbart sein.

Heilpraktikerleistungen
Nicht alle Verträge sehen außerdem die Kostenübernahme für Heilpraktikerleistungen vor.

Stationäre Versorgung, was zu beachten ist

Chefarztbehandlung und Unterbringung im Krankenhaus
Versicherbar sind verschiedene Leistungsextras, wie Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer anstatt Mehrbettzimmer, erhöhte Erstattung von Arzthonoraren und mehr.

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sieht für jede medizinische Leistung eine Gebühr vor. Auch der Chefarzt muss seine Leistungen nach der GOÄ berechnen. Er darf bis zum Höchstsatz (3,5-fach) abrechnen. In Abhängigkeit von der Behandlung und des Zeitaufwands, sind jedoch auch darüber hinausgehende Steigerungssätze (5-fach oder mehr) möglich. Prüfen Sie, was für Ihr Tarifangebot gilt.

Zahnbehandlung und Zahnersatz: Wie hoch soll die Erstattung sein?

Prozentuale Erstattung
Hochwertiger und optisch ansprechender Zahnersatz kann sehr teuer werden. Die Höhe des Beitrages hängt hauptsächlich von der prozentuellen Erstattung für die zahnmedizinischen Leistungen, insb. dem Zahnersatz ab. 75%, 85% oder sogar bis zu 100% sind üblich für die Erstattung.

Zahnstaffeln
Beachten Sie auch die tariflich vorgesehenen Zahnstaffeln. In den ersten (in der Regel 5) Versicherungsjahren werden Rechnungsbeträge nur bis zu tariflich definierten Höchstgrenzen anerkannt (Zahnstaffel).

Beispiel für eine Zahnstaffel:

  • Erstattung im 1. Jahr: bis 1.200 EUR
  • Erstattung in den ersten 2 Jahren: bis 2.500 EUR
  • Erstattung in den ersten 3 Jahren: bis 3.800 EUR
  • Erstattung in den ersten 4 Jahren: bis 5.100 EUR
  • Erstattung in den ersten 5 Jahren: bis 6.400 EUR

Danach, sowie bei unfallbedingter zahnärztlicher Behandlung, entfällt in der Regel die Staffelung.

Wer ausreichend abgesichert sein will, sollte bei der Auswahl seines Privaten Krankenversicherungstarifes auf hohe Erstattungssätze insbesondere für Kronen, Brücken, Inlays und Implantate sowie die Gestaltung der Zahnstaffel achten.

Auslandsaufenthalt, Geltungsbereich und Dauer beachten

Klären Sie, ob Ihr Versicherungsschutz weltweit oder nur europaweit gültig ist. Für welche Dauer gilt der Versicherungsschutz, z.B. 4 Wochen oder 6 Monate? Prüfen Sie, ob auch im Leistungsfall ein Rücktransport inkludiert ist.

Beitrag senken durch Selbstbehalt?

Wer sich in der Privaten Krankenversicherung für einen Selbstbehalt entscheidet, zahlt weniger Beitrag, dafür übernimmt er jährlich einen Anteil der Krankheitskosten aus der eigenen Tasche. Das lohnt sich vor allem für jüngere und gesunde Versicherte, die kaum ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen.

Will man den Selbstbehalt später reduzieren, wertet der Versicherer dies als Leistungserhöhung und verlangt hierfür eine erneute Gesundheitsprüfung - erscheint ihm das Risiko zu hoch, kann er ablehnen. Daher sollte der Selbstbehalt bei Vertragsabschluss nicht zu hoch gewählt werden.

Beitragsentlastung im Alter (BEA) zusätzlich abschließen, der Arbeitgeber zahlt bis zu 50% des Beitrags

Der Beitragsentlastungstarif im Alter (BEA) ist ein freiwilliger Tarifbaustein zur Privaten Krankenversicherung, mit dem privat Krankenversicherte gegen hohe Beiträge im Alter finanziell vorsorgen können. Der Tarif verlangt keine Gesundheitsprüfung. Die Funktionsweise ist bei allen privaten Krankenversicherern gleich. Während des aktiven Arbeitslebens schließt man freiwillig einen Tarifbaustein für die Beitragsentlastung im Alter ab (z.B. eine Entlastung von 200.- EUR monatlich im Ruhestand), mit denen der PKV-Beitrag später, in der Regel mit Alter 65 oder 67, um den vereinbarten Betrag reduziert wird. Dadurch bleibt die private Krankenversicherung auch im Alter besser bezahlbar.

Genau wie an den Beiträgen seiner Mitarbeiter zur gesetzlichen Krankenversicherung, beteiligt sich der Arbeitgeber auch an PKV-Beiträgen mit 50%, das gilt auch für Beitragsentlastungstarife. Der Höchstbetrag für den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeber beträgt im Jahr 2019 monatlich 351,66 Euro. Diese hohe Grenze wird aber auch nach Abschluss eines zusätzlichen Entlastungsbausteins selten erreicht, der Arbeitgeber finanziert dann praktisch auch die Hälfte der zukünftigen Beitragsentlastung seines Arbeitnehmers.

Beispiel:

  • Der 35-jährige Angestellte Stefan K. ist privat krankenversichert. Seine private Krankenversicherung kostet zurzeit 500.- EUR im Monat, davon übernimmt der Arbeitgeber 50%
  • Um sich günstige Beiträge im Ruhestand zu sichern, ergänzt Stefan K. seine Private Krankenversicherung um einen Beitragsentlastungsbaustein (200.- EUR Entlastung monatlich ab Alter 67), für den er monatlich 50.- EUR zahlt
  • Für den bis zum 67. Lebensjahr zu zahlenden Beitrag von 50.- EUR monatlich wird der Krankenversicherer ihm ab Alter 67 eine monatliche Beitragsentlastung von 200.- EUR gewähren
  • Der Vorteil: Die Kosten des Beitragsentlastungstarifs trägt Stefan K. selbst nur zur Hälfte (also 25.- EUR), die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber, weil auch durch den Arbeitgeberzuschuss von 250.- EUR der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist

Darüber hinaus sind die Beiträge für den Beitragsentlastungstarif steuerlich absetzbar.

Auch Selbständige und Freiberufler, die keinen Arbeitgeberzuschuss erhalten, sollten prüfen, ob sich ein Abschluss rentiert.

Beitragsanpassungen (BAP) der letzten Jahre berücksichtigen

Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des privaten Krankenversicherers auch wie viele Beitragsanpassungen (BAP) es in den letzten Jahren für welche Tarife gab und in welcher Höhe diese ausgefallen sind.

Wählen Sie einen soliden Versicherer mit vergleichsweise stabilem Beitrag.

Risikovoranfrage vor Antragstellung durchführen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Vorerkrankungen zu einer Ablehnung des Antrages, zu einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss führen könnten, sollten Sie vor der Antragsstellung eine Risikovoranfrage mit Ihrem Versicherungsexperten bei einem oder mehreren Krankenversicherern anonym unter Angabe Ihres Gesundheitszustandes stellen. Die Risikovoranfrage ist eine Art anonymer Probeantrag. So wissen Sie anschließend konkret, ob einer der privaten Krankenversicherer Ihren Antrag annimmt und wenn ja, zu welchen Konditionen, d.h. mit oder ohne Risikozuschlägen bzw. mit oder ohne Leistungsausschlüssen.

Des Weiteren hat dies den Vorteil, dass Sie trotz der Ablehnung einer oder mehrerer Krankenversicherer noch einen Vertrag bei einem anderen Versicherer bekommen können.

Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

Gesundheitsfragen sollten Sie immer wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. 

Bei grob fahrlässiger oder vorsätzlicher Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten bzw. diesen bei arglistiger Täuschung anfechten.

Optimierung Ihrer Privaten Krankenversicherung, um Beiträge einzusparen

Umstellung in einen aktuell im Verkauf befindlichen Tarif mit gleichwertigen Leistungen ohne Gesundheitsprüfung

Durch das im §204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) garantierte Recht, können Sie ohne erneute Gesundheitsprüfung in aktuell im Verkauf befindliche Tarife mit gleichwertigem Versicherungsschutz wechseln, die häufig vom Beitrag her günstiger sind. Selbst bei einem Wechsel von einem Bisex- auf einen Unisex-Tarif können Sie oftmals deutliche Einsparungen erzielen. Angesammelte Alterungsrückstellungen werden in den neuen Tarif übertragen.

Angebote hierzu können Sie über Ihren Versicherungsexperten oder direkt bei Ihrem Versicherer anfordern.

Reduktion des Versicherungsumfangs bzw. der -leistungen
  • Z.B. Stationär: Umstellung 1-Bettzimmer auf 2-Bettzimmer
  • Z.B Zahnleistungen: Umstellung Erstattungssätze für Zahnersatz z.B. von 100% oder 90% auf bspw. 85% oder 75%

Wichtig:
Man sollte beachten, dass mit zunehmenden Alter die Inanspruchnahme der Privaten Krankenversicherung eher steigen wird und dadurch der Versicherte einen größeren Teil der dann höheren Kosten selbst tragen muss. Möchte man dann wieder in einen Tarif mit besserem Leistungsniveau wechseln, wird der Versicherer grundsätzlich eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Dies wird in einem vorgeschrittenen Alter mit häufig zahlreichen Vorerkrankungen dann ggf. gar nicht mehr oder nur mit hohen Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen möglich sein.

Erhöhung des Selbstbehalts
  • Z.B. von 0.- EUR auf 300.- EUR
  • z.B. von 150.- EUR auf 500.- EUR

Wichtig:
Man sollte beachten, dass mit zunehmenden Alter die Inanspruchnahme der privaten Krankenversicherung eher steigen wird und dadurch der Versicherte einen größeren Teil der dann höheren Kosten selbst tragen muss. Möchte man dann wieder in einen Tarif mit geringerem Selbstbehalt wechseln, wird der Versicherer grundsätzlich eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Dies wird in einem vorgeschrittenen Alter mit häufig zahlreichen Vorerkrankungen dann ggf. gar nicht mehr möglich sein.

Entfall von Risikozuschläge prüfen lassen

Sofern Sie bei Vertragsabschluss eine Vorerkrankung angegeben und hierfür einen Risikozuschlag auf den regulären Beitrag erhalten haben, kann dieser ggf. zukünftig entfallen, wenn die Erkrankung nicht mehr existiert.

In der Regel reicht es aus sich von Ihrem Arzt die folgenfreie Ausheilung schriftlich bestätigen zu lassen und Ihrem Versicherer vorzulegen.

Abfederung von Beitragsanpassungen (BAP) Ihrer Privaten Krankenversicherung

Grundsätzliches

Wurde der Beitrag Ihrer Privaten Krankenversicherung (PKV) aufgrund einer Beitragsanpassung (BAP) erhöht, stehen Ihnen mehrere Alternativen zur Auswahl, um Ihren Beitrag zu reduzieren. Die auswählbaren Alternativen können Sie unabhängig von einer Beitragsanpassung natürlich immer wählen, um Ihre Beiträge zu reduzieren.

Alternativen, die keiner erneuten Gesundheitsprüfung bedürfen

Umstellung in einen aktuell im Verkauf befindlichen Tarif mit gleichwertigen Leistungen ohne Gesundheitsprüfung
Durch dieses im §204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) garantierten Rechts, können Sie ohne erneute Gesundheitsprüfung in aktuell im Verkauf befindliche Tarife mit gleichwertigem Versicherungsschutz wechseln, die häufig vom Beitrag her günstiger sind. Selbst bei einem Wechsel von einem Bisex- auf einen Unisex-Tarif können Sie oftmals deutliche Einsparungen erzielen. Angesammelte Alterungsrückstellungen werden in den neuen Tarif übertragen.

Angebote hierzu können Sie über Ihren Versicherungsexperten oder direkt bei Ihrem Versicherer anfordern.

Reduktion des Versicherungsumfangs bzw. der -leistungen
Beispiele:

  • Stationär: Umstellung 1-Bettzimmer auf 2-Bettzimmer
  • Zahnleistungen: Umstellung Erstattungssätze für Zahnersatz z.B. von 100% oder 90% auf bspw. 85% oder 75%

Wichtig:
Man sollte beachten, dass mit zunehmenden Alter die Inanspruchnahme der Privaten Krankenversicherung eher steigen wird und dadurch der Versicherte einen größeren Teil der dann höheren Kosten selbst tragen muss. Möchte man dann wieder in einen Tarif mit besserem Leistungsniveau wechseln, wird der Versicherer grundsätzlich eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Dies wird in einem vorgeschrittenen Alter mit häufig zahlreichen Vorerkrankungen dann ggf. gar nicht mehr oder nur mit hohen Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen möglich sein.

Erhöhung des Selbstbehalts
Beispiele:

  • von 0.- EUR auf 300.- EUR
  • von 150.- EUR auf 500.- EUR

Wichtig:
Man sollte beachten, dass mit zunehmenden Alter die Inanspruchnahme der Privaten Krankenversicherung eher steigen wird und dadurch der Versicherte einen größeren Teil der dann höheren Kosten selbst tragen muss. Möchte man dann wieder in einen Tarif mit geringerem Selbstbehalt wechseln, wird der Versicherer grundsätzlich eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Dies wird in einem vorgeschrittenen Alter mit häufig zahlreichen Vorerkrankungen dann ggf. gar nicht mehr möglich sein.

Alternativen mit erneuter Gesundheitsprüfung

Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer
Sofern Sie keine nennenswerten Vorerkrankungen aufweisen und der Markt deutlich günstigere Angebote mit einem gleichwertigen Versicherungsschutz bietet, kann es für Sie besser sein zu kündigen und zu einem anderen Krankenversicherer zu wechseln. 

Die Alterungsrückstellungen können Sie dann zwar nicht mitnehmen (Ausnahme: Basistarif), dies ist jedoch auch nicht erforderlich, da der Beitrag des neuen Versicherers sowieso günstiger ist. Dies ist vor allem in jungen Jahren möglich, da Sie dann in der Regel gesund sind und sich auch noch keine großen Alterungsrückstellungen bei Ihrem „alten“ Versicherer aufgebaut haben.

Beitragsentlastung im Alter (BEA) zusätzlich abschließen, der Arbeitgeber zahlt bis zu 50% des Beitrags
Prüfen Sie als Angestellter, ob Ihr Arbeitgeber bereits den maximalen Arbeitgeberzuschuss für Ihre Private Krankenversicherung leistet, ansonsten können Sie ihn finanziell an einem Beitragsentlastungstarif im Alter beteiligen, sofern Sie einen solchen noch nicht abgeschlossen haben. Sie zahlen zwar dann einen zusätzlichen Beitrag, dieser unterstützt Sie jedoch dabei im Ruhestand, oder ggf. schon vorher, die Beiträge für Ihre Private Krankenversicherung deutlich zu reduzieren.

Der Beitragsentlastungstarif im Alter (BEA) ist ein freiwilliger Tarifbaustein zur Privaten Krankenversicherung, mit dem privat Krankenversicherte gegen hohe Beiträge im Alter finanziell vorsorgen können. Der Tarif verlangt keine Gesundheitsprüfung. Die Funktionsweise ist bei allen privaten Krankenversicherern gleich. Während des aktiven Arbeitslebens schließt man freiwillig einen Tarifbaustein für die Beitragsentlastung im Alter ab (z.B. eine Entlastung von 200.- EUR monatlich im Ruhestand), mit denen der PKV-Beitrag später, in der Regel mit Alter 65 oder 67, um den vereinbarten Betrag reduziert wird. Dadurch bleibt die private Krankenversicherung auch im Alter besser bezahlbar.

Genau wie an den Beiträgen seiner Mitarbeiter zur gesetzlichen Krankenversicherung, beteiligt sich der Arbeitgeber auch an PKV-Beiträgen mit 50%, das gilt auch für Beitragsentlastungstarife. Der Höchstbetrag für den Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeber beträgt im Jahr 2021 monatlich 384,58 Euro. Diese hohe Grenze wird aber auch nach Abschluss eines zusätzlichen Entlastungsbausteins selten erreicht, der Arbeitgeber finanziert dann praktisch auch die Hälfte der zukünftigen Beitragsentlastung seines Arbeitnehmers.

Beispiel:

  • Der 35-jährige Angestellte Stefan K. ist privat krankenversichert. Seine private Krankenversicherung kostet zurzeit 500.- EUR im Monat, davon übernimmt der Arbeitgeber 50%
  • Um sich günstige Beiträge im Ruhestand zu sichern, ergänzt Stefan K. seine Private Krankenversicherung um einen Beitragsentlastungsbaustein (200.- EUR Entlastung monatlich ab Alter 67), für den er monatlich 50.- EUR zahlt
  • Für den bis zum 67. Lebensjahr zu zahlenden Beitrag von 50.- EUR monatlich wird der Krankenversicherer ihm ab Alter 67 eine monatliche Beitragsentlastung von 200.- EUR gewähren
  • Der Vorteil: Die Kosten des Beitragsentlastungstarifs trägt Stefan K. selbst nur zur Hälfte (also 25.- EUR), die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber, weil auch durch den Arbeitgeberzuschuss von 250.- EUR der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist

Darüber hinaus sind die Beiträge für den Beitragsentlastungstarif steuerlich absetzbar.

Auch Selbständige und Freiberufler, die keinen Arbeitgeberzuschuss erhalten, sollten prüfen, ob sich ein Abschluss rentiert.

Sicherung der Beitragsrückerstattung (BRE) für Ihre Private Krankenversicherung

Eine Auslandsreisekrankenversicherung sichert die Beitragsrückerstattung bei Erkrankungen während des Urlaubs/im Ausland

Der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung ist auch sinnvoll, um einen Anspruch auf Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden, falls Sie während eines Auslandsaufenthalts erkranken. Ein Jahresvertrag kostet ca. 10.- EUR und sichert in der Regel alle Auslandsreisen bis zu einer Dauer von 56 Tagen ab.

Rechnungen erst einreichen, wenn Summe der Beitragsrückerstattung überschritten wird

Sammeln und begleichen Sie Ihre Arztrechnungen selbst, bis sie die Summe der jährlichen Beitragsrückerstattung übersteigen.

Zur Beachtung bei Leistungsfällen bzw. der Kostenübernahme durch den privaten Krankenversicherer

Vorher klären, ob Kosten übernommen werden

Stehen größere Behandlungen an und Sie sind sich nicht sicher, ob diese im Leistungsspektrum Ihres Krankenversicherungstarifes versichert sind, empfehlen wir, dass Sie sich die Kostenübernahme schriftlich von Ihrem Krankenversicherer vor der ärztlichen Behandlung bestätigen lassen.

Zur Beachtung beim Einreichen von Rechnungen

Die Originalrechnungen werden bei Ihrem Krankenversicherer eingereicht, Duplikate nehmen Sie zu Ihren Unterlagen. Entscheidend für die Zuordnung zu einem Versicherungsjahr ist das Datum der Leistungserbringung durch den Arzt, nicht das Rechnungsdatum. Bei ärztlichen Verordnungen („Rezepten“) ist der Stempel der Apotheke maßgebend, nicht das Ausstellungsdatum.

Zur Beachtung vor einem Auslandsaufenthalt/Urlaub

Klären Sie Geltungsbereich und Dauer Ihres Versicherungsschutzes

Prüfen Sie vor Urlaubsantritt/Reise ins Ausland, ob Sie für Leistungsfälle im Ausland (inklusive Rücktransport) einen ausreichenden Versicherungsschutz vereinbart haben. Das heißt, klären Sie den Geltungsbereich (weltweit/europaweit) sowie die Dauer des Versicherungsschutzes für Ihren Tarif (z.B. 6 Monate, 4 Wochen etc.).

Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung birgt mehrere Vorteile

Der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung ist auch für privat Krankenversicherte vorteilhaft und zu empfehlen:

  • Deckungslücken im Versicherungsschutz Ihrer Krankenvollversicherung werden geschlossen, z.B. wenn Sie einen „Spartarif“ abgeschlossen haben, dessen Leistungskatalog nur einen begrenzten Umfang aufweist und beispielsweise kein Rücktransport versichert ist
  • Falls Sie bei einem Auslandsaufenthalt erkranken, leistet die Auslandsreisekrankenversicherung und die Beitragsrückerstattung Ihrer privaten Krankheitskostenvollversicherung wird nicht berührt
  • Selbstbehalte aus der Krankheitskostenvollversicherung wirken sich nicht auf die Kostenerstattung aus, wenn eine Auslandsreisekrankenversicherung besteht

Ein Jahresvertrag für eine Auslandsreisekrankenversicherung ist bereits für ca. 10.- EUR jährlich erhältlich und sichert Auslandsreisen in der Regel bis zu einer Dauer von 56 Tagen ab.

Notfallnummer und Kostenübernahme

In der Regel haben Private Krankenversicherungen für Erkrankungen/Unfälle im Ausland eine Notfallnummer, die rund um die Uhr erreichbar ist. Nutzen Sie diese, wenn Sie Beratung und organisatorische Unterstützung benötigen, z.B., wenn Sie die Landessprache nicht gut genug verstehen, um einen Arzt oder eine geeignete Klinik zu finden.

Bei einer ärztlichen Behandlung im Ausland ist davon auszugehen, dass Sie als Privatpatient behandelt werden und für sämtliche Kosten (z.B. ärztliche Behandlung, Operation, Krankenhausaufenthalt, Medikamente etc.) in Vorleistung treten müssen. Nach der Rückkehr nach Deutschland können Sie die Rechnungen zur Erstattung bei Ihrem privaten Krankenversicherer einreichen. Lassen Sie sich daher im Leistungsfall eine detaillierte Rechnung vom behandelnden Arzt oder Krankenhaus ausstellen.

Private Krankenversicherung - wie Sie mit Zahlungsengpässen umgehen sollten

Eine Abstimmung mit Ihrem Versicherungsexperten/Ihrem privaten Krankenversicherer ist zwingend erforderlich.

Einen Zahlungsverzug in der privaten Krankenversicherung sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Der Krankenversicherer wird die Beitragsrückstände anmahnen, einklagen und Vollstreckungsmaßnahmen einleiten, sofern die Beiträge nicht bezahlt werden.

Sobald ein Zahlungsengpass abzusehen oder bereits eingetreten ist, kontaktieren Sie direkt Ihren Versicherungsexperten oder Ihren privaten Krankenversicherer, um ein einvernehmliches Vorgehen zur Lösung des Zahlungsengpasses abzustimmen, beispielsweise durch eine Stundung der Beiträge oder Wechsel in einen günstigeren Tarif.

Der Notlagentarif

Sofern Sie über mehrere Monate Ihre Beiträge nicht zahlen, wird Ihr Tarif von Ihrem privaten Krankenversicherer in den sogenannten Notlagentarif umgestellt. Beitragsrückstände werden eingeklagt und Vollstreckungsmaßnahmen einleitet. So weit sollten Sie es auf keinen Fall kommen lassen.

Der Notlagentarif leistet nur:

  • für Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen
  • bei Schwangerschaft und Mutterschaft
  • für Kinder und Jugendliche die Kosten medizinisch notwendiger Heilbehandlungen wegen Krankheit oder Unfallfolgen sowie für Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen

Werden alle ausstehenden Beiträge und Kosten (z.B. Mahnbescheid, Gerichtskosten etc.) beglichen, wandelt der Versicherer den Notlagentarif wieder in den vorher bestehenden Krankenversicherungstarif um.

Kündigung Ihres Vertrags bzw. zur Beachtung bei einem Wechsel von der Privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Ordentliche Kündigung Ihres Privaten Krankenversicherungsvertrages

Sie können Ihre Private Krankenversicherung zum Ende eines jeden Versicherungsjahres unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten kündigen. Wurde im Vertrag eine Mindestvertragsdauer vereinbart (bis zu 2 Jahren), so können Sie frühestens zu deren Ablauf kündigen.

Außerordentliche Kündigung/Sonderkündigungsrechte bei Ihrer privaten Krankenversicherung

Ein Sonderkündigungsrecht bei Ihrer Privaten Krankenversicherung steht Ihnen u.a. zu bei:

  • einer Beitragserhöhung: Kündigungsfrist: 2 Monate ab Erhalt der Änderungsmitteilung
  • Eintritt der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung
    (Kündigung zum Eintritt der Versicherungspflicht, auch noch rückwirkend innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht möglich)
  • einem Anspruch auf Familienversicherung in der GKV oder einem dauerhaften Anspruch auf Heilfürsorge
    (Kündigung zum Eintritt der Versicherungspflicht, auch noch rückwirkend innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht möglich)
  • Wegzug ins Ausland außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

Im Falle eines Wechsels von der PKV in die GKV können Sie bei Ihrem privaten Krankenversicherer unter Anrechnung der angesparten Alterungsrückstellungen und ohne erneute Gesundheitsprüfung Ihre private Krankenversicherung in eine private Krankenzusatzversicherung umwandeln. So können Sie auch als gesetzlich Versicherter weiterhin private Leistungen in Anspruch nehmen. Stimmen Sie mit Ihrem privaten Krankenversicherer ab, für welche Zusatztarife dies möglich ist.

Ähnliche Artikel

27. Feb. 2021
Icon gesundheit
Krankheitskostenvollversicherung

Die wichtigsten Expertentipps zum Thema Krankenvollversicherung. Richtig auswählen, Beiträge niedrig halten und vieles mehr. Experten in Ihrer Nähe finden.

02. Jan. 2021
Icon gesundheit
Vergleich Private Krankenversicherung - das Wichti...

Die wichtigsten Tipps zum Vergleich einer Privaten Krankenversicherung. Richtig auswählen, Beiträge niedrig halten und vieles mehr.

16. Aug. 2020
Icon gesundheit
Abschluss Private Krankenversicherung - das müssen...

Wir zeigen Ihnen auf, was sie bei Produktauswahl und Neuabschluss einer Privaten Krankenversicherung beachten müssen und welche Deckungen nicht fehlen sollten.