Stationäre Zusatzversicherung

7. Februar 2021

Ist der Neuabschluss einer Stationären Zusatzversicherung sinnvoll?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) trägt im Falle einer medizinisch notwendigen stationären Heilbehandlung vollständig die Kosten für eine allgemeine Krankenhausbehandlung und -versorgung. Der Patient muss jedoch für jeden Tag der Unterbringung eine Zuzahlung in Höhe von 10.- EUR je Tag leisten. Dieser Eigenanteil ist auf maximal 28 Tage, also 280 EUR, im Jahr begrenzt.

Durch den Abschluss einer stationären Zusatzversicherung (Krankenhauszusatzversicherung) bei einem privaten Krankenversicherer können gesetzlich Versicherte Wahlleistungen vereinbaren und damit die gesetzlichen Grundversorgung aufwerten und ausdehnen. Zu den Wahlleistungen zählen:

- Unterbringung im 1- oder 2-Bettzimmer
- Kosten für eine privatärztliche Behandlung (Chefarztbehandlung)
- Wahlverpflegung

Die Vorteile einer Stationären Zusatzversicherung liegen im Wesentlichen darin, dass Sie das Krankenhaus frei auswählen können, Sie als Privatpatient vom Chefarzt behandelt werden und die Unterbringung im 1- oder 2-Bettzimmer erfolgt, anstatt in einem Mehrbettzimmer. Dadurch haben Sie die Möglichkeit die bestmögliche medizinische Behandlung und Versorgung zu erhalten sowie den anschließenden Genesungsprozess zu fördern.

Der Abschluss einer Stationären Zusatzversicherung ist auf jeden Fall für alle Personenkreise sinnvoll, die im Krankenhaus als Privatpatient behandelt werden möchten. Jeder muss jedoch für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist für eine medizinische Behandlung und Versorgung als Privatpatient einen zusätzlichen Versicherungsbeitrag zu zahlen.

Die wichtigsten Tipps erläutern wir Ihnen nun in unserem Fachbeitrag:

Produktauswahl und Neuabschluss einer Stationären Zusatzversicherung

Auswahl des richtigen Produktes, worauf Sie beim Vergleich einer Stationären Zusatzversicherung achten müssen

Wesentliche Prüfpunkte des Versicherungsschutzes im Vergleich

Die Stationären Zusatzversicherungen am Markt sind sich sehr ähnlich in ihren Leistungen. Auf Folgendes sollte jedoch geachtet werden, wichtige Prüfpunkte:

  • Status als Privatpatient
  • Freie Arzt- und Krankenhauswahl
  • Unterbringung im 1- oder 2-Bettzimmer
  • Leistungserstattung auch über Höchstsätze der Gebührenordnung
  • Krankenhaustagegeld bei Verzicht auf Wahlleistungen
  • Kostenübernahme von ambulanten Operationen inkl. vor- und nachstationärer Behandlung
  • Keine allgemeine Wartezeiten
  • Behandlung auch im Ausland

Kalkulation der Stationären Zusatzversicherung nach Art der Lebensversicherung oder nach Art der Schadenversicherung?
Bei der Kalkulation nach Art der Lebensversicherung bleibt, zumindest theoretisch, der Beitrag bis zum Vertragsende in gleicher Höhe bestehen. Es sind jedoch Beitragsanpassungen während der Vertragslaufzeit möglich, z.B. dadurch, wenn die Leistungsausgaben deutlich höher ausfallen als im Beitrag kalkuliert war.

Wurde die Stationäre Zusatzversicherung nach Art der Schadenversicherung kalkuliert, steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter an. In der Regel können Sie bereits zu Vertragsabschluss sehen, welche Altersgruppen es gibt und wie hoch die Beitragserhöhungen ausfallen, wenn Sie die nächsthöhere Gruppe bzw. ein bestimmtes Alter erreichen.

Stationäre Zusatzversicherung - Gesundheitsprüfung: Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen nutzen

Risikovoranfrage vor Antragstellung durchführen

Die Risikovoranfrage ist eine Art „anonymer Probeantrag“ für Ihre Stationäre Zusatzversicherung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Vorerkrankungen zu einer Ablehnung Ihres Antrages, zu einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss führen könnten, sollten Sie vor der Antragsstellung eine Risikovoranfrage mit einem Versicherungsexperten bei einem oder mehreren Krankenversicherern stellen.

So wissen Sie anschließend konkret, ob einer der Krankenversicherer Ihren Antrag annimmt und wenn ja, zu welchen Konditionen, d.h. mit/ohne Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen.

Des Weiteren hat dies den Vorteil, dass Sie trotz der Ablehnung einer oder mehrerer Versicherer noch eine Stationäre Zusatzversicherung bei einem anderen Krankenversicherer bekommen können. Im Antrag wird in der Regel danach gefragt, ob bereits einmal ein Antrag abgelehnt worden ist.

Gesundheitsfragen immer wahrheitsgemäß beantworten

Die Gesundheitsfragen sollten Sie immer wahrheitsgemäß und vollständig beantworten.

Bei grob fahrlässiger oder vorsätzlicher Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten bzw. diesen bei arglistiger Täuschung anfechten.

Wie Sie Beiträge für Ihre Stationäre Zusatzversicherung schon bei Vertragsabschluss sparen

Zahlweise des Vertrags entsprechend auswählen

Wenn Sie die Beiträge für Ihre Stationäre Zusatzversicherung anstatt monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen, verringert sich der zu zahlende Beitrag in der Regel zwischen 2% - 5%.

Zu beachten: Die Beiträge sind immer im Voraus zu zahlen, d.h. zu Vertragsbeginn bzw. zu Beginn einer Versicherungsperiode (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich).

Besondere Tarife/Rabatte anfragen

Für besondere Berufsgruppen oder Mitgliedschaften in Verbänden gibt es oftmals besondere Tarife/Rabatte. Beispielsweise für Angehörige des öffentlichen Dienstes, Mitgliedschaften in Verbänden etc..

Fragen Sie bei einem Versicherungsexperten an, ob auch für Sie einer dieser Tarife/Rabatte Anwendung finden kann. Es sind Rabatte von 2% - 10% möglich.

Optimierung Ihrer bereits bestehenden Stationären Zusatzversicherung, um Beiträge zu sparen

Stationäre Zusatzversicherung - Reduktion des Versicherungsumfangs 

Sofern Sie bereits eine Krankenhauszusatzversicherung mit 1-Bettzimmer und Chefarztbehandlung abgeschlossen haben, können Sie Ihren Beitrag deutlich reduzieren, wenn Sie eine Umstellung des Vertrags auf ein 2-Bettzimmer vornehmen.

Sofern Sie später wieder auf ein 1-Bettzimmer umstellen möchten, ist dies jedoch nur wieder mit einer erneuten Gesundheitsprüfung möglich.

Stationäre Zusatzversicherung - Entfall von Risikozuschläge prüfen lassen

Sofern Sie bei Vertragsabschluss eine Vorerkrankung angegeben und hierfür einen Risikozuschlag auf den regulären Beitrag erhalten haben, kann dieser ggf. zukünftig entfallen, wenn die Erkrankung nicht mehr existiert.

In der Regel reicht es aus sich von Ihrem Arzt die folgenfreie Ausheilung schriftlich bestätigen zu lassen und Ihrem Versicherer vorzulegen.

Mit erneuter Gesundheitsprüfung: Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer

Sofern Sie keine nennenswerten Vorerkrankungen aufweisen und der Markt deutlich günstigere Angebote mit einem gleichwertigen Versicherungsschutz bietet, kann es für Sie besser sein Ihre Stationäre Zusatzversicherung zu kündigen und zu einem anderen Krankenversicherer zu wechseln.

Berücksichtigen Sie jedoch, dass eine neue Stationäre Zusatzversicherung, die nach Art der Schadenversicherung kalkuliert wurde, im Alter deutlich teurer werden kann. Lassen Sie sich in diesem Fall vor Vertragsabschluss von einem Versicherungsexperten darstellen, wie sich die Beitragshöhe mit zunehmendem Alter entwickelt.

Stationäre Zusatzversicherung - zur Beachtung bei Leistungsfällen bzw. der Kostenübernahme durch den privaten Krankenversicherer

Stationäre Zusatzversicherung - vorher klären, ob Kosten übernommen werden

Voraussetzung für die Kostenerstattung durch die Krankenhauszusatzversicherung ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die allgemeine Krankenhausleistung übernimmt. Als Nachweis sollte hierzu vor Beginn des Krankenhausaufenthalts die schriftliche Kostenübernahmeerklärung der GKV beim privaten Krankenversicherer eingereicht werden. Dieser wird Ihnen dann eine ebenfalls eine Übernahme der Kosten durch die Krankenzusatzversicherung schriftlich bestätigen.

Stationäre Zusatzversicherung - zur Beachtung beim Einreichen von Rechnungen

Die Originalrechnungen reichen Sie bei Ihrem privaten Krankenversicherer zur Kostenerstattung ein, Duplikate nehmen Sie zu Ihren Unterlagen.

Kündigung Ihrer Stationären Zusatzversicherung

Ordentliche Kündigung Ihrer Stationären Zusatzversicherung

Sie können Ihre Krankenhauszusatzversicherung zum Ende eines jeden Versicherungsjahres unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten kündigen. Wurde im Vertrag eine Mindestvertragsdauer vereinbart (bis zu 2 Jahren), so können Sie frühestens zu deren Ablauf kündigen.

Außerordentliche Kündigung/Sonderkündigungsrechte Ihrer Stationären Zusatzversicherung

Ein Sonderkündigungsrecht für Ihre Stationäre Zusatzversicherung steht Ihnen u.a. bei einer Beitragsanpassung zu. Kündigungsfrist: 2 Monate ab Erhalt der Änderungsmitteilung.

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