Verkehrsrechtsschutz

22. Januar 2021

Ist der Neuabschluss eines Verkehrsrechtsschutzes sinnvoll?

Sehr häufig ist bei einem Verkehrsunfall nicht eindeutig, wer für den Unfall verantwortlich war. Oftmals tragen alle Beteiligte eine Mitschuld. Die Klärung der Schuldfrage insbesondere bei großen Sach- und Personenschäden ist sehr zeit- und kostenintensiv. Der Verkehrsrechtsschutz sichert Sie gegen diese finanziellen Risiken ab und unterstützt Sie dabei Ihr Recht durchzusetzen. Er trägt die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten sowie eventuelle Kosten für Zeugen und Gutachter für Sie als Verkehrsteilnehmer. Als Verkehrsteilnehmer sind Sie nicht nur als Fahrer eines Fahrzeugs, sondern auch z.B. als Fußgänger, Fahrgast, Fahrrad- oder Motorradfahrer versichert.

Da die Kosten für Rechtsanwälte und Gerichtsprozesse schnell bedeutende Größenordnungen annehmen und das Haushaltsbudget deutlich überlasten können, insbesondere bei großen Sach- und Personenschäden, erachten wir den Verkehrsrechtsschutz als eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Kfz-Versicherung. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass er für einen relativ günstigen Beitrag einen umfassenden Schutz für Versicherte, nicht nur als Fahrer eines Fahrzeugs, sondern grundsätzlich als Verkehrsteilnehmer bietet.

Leistungen des Verkehrsrechtsschutzes
(kann je nach Versicherer variieren)

Schadensersatz-Rechtsschutz:
Versicherungsschutz z.B. bei Schadenersatz- oder Schmerzensgeldforderungen nach einem Verkehrsunfall

Straf-Rechtsschutz:

Versicherungsschutz z.B. beim Vorwurf eines fahrlässig verursachten Verkehrsunfalls

Verwaltungs-Rechtsschutz:

Versicherungsschutz z.B. beim Entzug des Führerscheins

Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht:

Versicherungsschutz z.B. bei Streitigkeiten mit einer Kfz-Werkstatt aufgrund einer mangelhaften Reparatur

Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz:

Versicherungsschutz z.B. bei Bußgeldverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten im Verkehr

Produktauswahl und Neuabschluss Verkehrsrechtsschutz

Auswahl des richtigen Produktes, worauf Sie beim Vergleich achten müssen

Grundsätzliches

Auch für den Verkehrsrechtsschutz sollte man die Produkte verschiedener Versicherer nicht in erster Linie nach dem Beitrag vergleichen. Es gibt eine Vielzahl von wichtigen Deckungen, die entweder nur mit Höchstgrenzen, gar nicht oder nur über einen zusätzlichen Baustein versichert werden können. Dies hat dann entsprechende Auswirkungen auf die Höhe des Versicherungsbeitrags.

Vergleichen Sie daher die Produkte und Beiträge verschiedener Rechtsschutzversicherer immer anhand von Leistungs-/Tarifübersichten, die auch Entschädigungsgrenzen für Leistungen nennen. In der Regel bieten die Versicherer 2-3 Produktvarianten (z.B. Basis, Kompakt, Premium) mit zusätzlichen Bausteinen oder ein Basisprodukt an, das um verschiedene Bausteine ergänzt werden kann.

Wesentliche Prüfpunkte des Versicherungsschutzes im Vergleich
(aus unserer Sicht wichtige Deckungen)

Prüfen Sie, ob insbesondere die folgenden Deckungen/Klauseln im Verkehrsrechtsschutz und mit welcher maximalen Entschädigungshöhe enthalten sind:

  • Versicherte Rechtschutzleistungen (z.B. Schadensersatz-Rechtsschutz, Straf-Rechtsschutz etc. - je nach Rechtschutzversicherer sind mehr oder weniger Leistungen versichert)
  • Versicherungssumme in Europa (z.B. unbegrenzt)
  • Versicherungssumme weltweit und Dauer maximaler Aufenthalt (z.B. Versicherungssumme 300.000.- EUR für Aufenthalte bis zu 24 Monaten)
  • Umfang Versicherungsschutz (nur für ein Fahrzeug oder für alle Fahrzeuge von Familienmitgliedern im Haushalt)
  • Versicherungsschutz auch als Fahrer/Mieter fremder Fahrzeuge
  • Höhe der Strafkaution (z.B. 500.000.- EUR weltweit)
  • Keine Wartezeiten
  • Schadenfreiheitsrabatt (nach z.B. 5 schadenfreien Jahren verzichtet Rechtsschutzversicherer auf Selbstbeteiligung im Schadenfall)
  • Freie Wahl eines Rechtsanwalts
  • Kostenlose telefonische und/oder online Erstberatung durch einen Anwalt

Wie Sie schon Beiträge für Ihren Verkehrsrechtsschutz bei Vertragsabschluss sparen

1. Mehrjährige Laufzeit des Vertrags vereinbaren

Wenn Sie eine Vertragslaufzeit von 3, 5 oder 10 Jahren vereinbaren, können Sie Rabatte bis zu 10% erhalten. Sie können auch bei Laufzeiten, die größer als 3 Jahre sind immer zum Schluss des 3. oder jedes darauf folgenden Jahres kündigen.

2. Single- oder Paar-Tarif nutzen

Sofern Sie Single sind oder als Paar ohne Kinder zusammenleben, können Sie im Vergleich zu „normalen“ Tarifen häufig bis zu 20% - 30% des Beitrages sparen.

3. Zahlweise des Vertrags entsprechend auswählen

Wenn Sie Ihre Beiträge anstatt monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen, verringert sich der zu zahlende Beitrag in der Regel zwischen 2% - 5%.

Zu beachten: Die Beiträge sind immer im Voraus zu zahlen, d.h. zu Vertragsbeginn bzw. zu Beginn einer Versicherungsperiode (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich).

4. Bündelrabatt nutzen

Hat man mehrere Verträge bei einem einzigen Versicherer, ist oftmals ein Bündelrabatt hierfür möglich, der in der Regel zwischen 5% - 10% auf den Beitrag betragen kann. Die Höhe des Bündelrabatts ist abhängig von der Anzahl der insgesamt abgeschlossenen Tarife.

5. Selbstbeteiligung richtig wählen

Der Verkehrsrechtsschutz dient dazu bei Eintritt eines Schadens die Kosten für die Durchsetzung Ihres Rechts zu finanzieren. Da dieser Fall bei den meisten Versicherten selten oder gar nicht eintritt, sollten Sie daher immer eine Selbstbeteiligung von ca. 200.- EUR bis 500.- EUR jährlich vereinbaren. Dadurch können Sie Ihren Beitrag deutlich reduzieren.

6. Besondere Rabatte anfragen

Für besondere Lebensphasen, Berufsgruppen oder Mitgliedschaften in Verbänden gibt es oftmals besondere Rabatte. Beispielsweise für Beamte, Angehörige des öffentlichen Dienstes, Mitgliedschaften in Verbänden etc..

Fragen Sie bei einem Versicherungsexperten an, ob auch für Sie einer dieser Rabatte Anwendung finden kann. Es sind Rabatte von 2% - 10% möglich.

7. Treuerabatt anfragen

Liegt Ihnen ebenfalls ein Angebot einer anderen Versicherung vor, das günstiger ist, lohnt es sich Ihren Versicherungsexperten zu fragen, ob ggf. ein Treuerabatt möglich ist. Dies ist ggf. möglich, wenn Sie mehrere Verträge bei Ihrer aktuellen Versicherung abgeschlossen haben und keine/kaum Schäden während der Vertragslaufzeit hatten. Diese Rabatte, sofern Sie möglich sind, können kleiner oder größer als 10% sein.

Verkehrsrechtsschutz - Abfederung von Beitragserhöhungen

Umstellung in einen aktuell im Verkauf befindlichen Tarif

Besteht ein Verkehrsrechtsschutz über einen längeren Zeitraum hinweg, kommt es in diesem oftmals zu Beitragserhöhungen. Da dadurch aktuelle, verkaufsoffene Tarife vom Beitrag her günstiger sein können und darüber hinaus oftmals neue, innovative Deckungen beinhalten, lohnt es sich regelmäßig Beitrag und Versicherungsschutz zu überprüfen und ggf. in einen aktuellen Tarif umzustellen.

Selbstbeteiligung ggf. erhöhen

Der Verkehrsrechtschutz dient dazu bei Eintritt eines Schadens die Kosten für die Durchsetzung Ihres Rechts zu finanzieren. Da dieser Fall bei den meisten Versicherten selten oder gar nicht eintritt, sollten Sie daher immer eine Selbstbeteiligung von ca. 200.- EUR bis 500.- EUR jährlich vereinbaren. Dadurch können Sie Ihren Beitrag deutlich reduzieren.

Treuerabatt anfragen

Wenn Sie als Kunde mehrere Verträge bei Ihrer aktuellen Versicherung abgeschlossen haben und keine/kaum Schäden während der Vertragslaufzeit hatten, können Sie bei Ihrem Versicherungsexperten anfragen, ob ein Treuerabatt möglich ist.

Die außerordentliche / ordentliche Kündigung

Erhöht Ihr Versicherer den Beitrag Ihres Verkehrsrechtschutzes, ohne die Leistungen zu verbessern, dann haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung.Ihre Kündigung muss dann spätestens innerhalb eines Monats nach der Benachrichtigung über die Beitragserhöhung Ihrem Versicherer zugegangen sein.

Eine ordentliche Kündigung zum Ende der vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen ist natürlich ebenfalls jederzeit möglich.

Zur Beachtung bei Eintritt eines Verkehrsrechtsschutz-Schadenfalls

Schadenmeldung

Sofern Sie einen Schaden melden bzw. Ihren Verkehrsrechtsschutz in Anspruch nehmen wollen, ist es sinnvoll Ihren Rechtsschutzversicherer zuerst telefonisch zu kontaktieren.

Nach der Schilderung Ihres Falls kann der Mitarbeiter Ihres Rechtsschutzversicherers Ihnen in der Regel schon telefonisch mitteilen, ob für diesen Versicherungsschutz besteht und Ihnen auf Wunsch auch einen für Ihren Fall spezialisierten Fachanwalt in Ihrer Nähe empfehlen.

Oftmals bieten die Rechtsschutzversicherer auch eine kostenlose, telefonische Erstberatung mit einem unabhängigen Rechtsanwalt an, mit dem Sie Ihren Fall besprechen können.

Verkehrsrechtsschutz - wie Sie mit Zahlungsschwierigkeiten umgehen sollten

Direkt bei Ihrem Versicherungsexperten oder Versicherer melden!

Wenn Sie Ihre Beiträge für Ihren Verkehrsrechtsschutz nicht zahlen können, gibt es keine Alternative. Sie müssen sich umgehend mit Ihrem Versicherungsexperten oder Ihrem Versicherer in Verbindung setzen, um Möglichkeiten abzustimmen, wie Sie Ihren Versicherungsschutz erhalten und die ausstehenden Beiträge bezahlen können. Ansonsten drohen Mahnungen sowie der Verlust des Versicherungsschutzes, wenn die Beiträge nicht innerhalb der vorgegebenen Fristen bezahlt werden.

Kündigung Ihres Verkehrsrechtsschutzes

Möglichkeiten der ordentlichen Kündigung Ihres Verkehrsrechtsschutzes

In der Regel können Sie den Vertrag zum Ablauf eines jeden Versicherungsjahres bzw. frühestens jedoch zum Ablauf einer vereinbarten Vertragsdauer mit jeweils einer Frist von 3 Monaten kündigen, ansonsten verlängert sich der Vertrag stillschweigend jeweils um ein Jahr.

Verträge mit einer Dauer von mehr als 3 Jahren können zum Ende des dritten oder jeden darauf folgenden Jahres mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt werden, anderenfalls verlängert sich der Vertrag stillschweigend jeweils um ein Jahr.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, idealerweise als Einschreiben mit Rückschein. Dadurch können Sie im Streitfall Ihre fristgerechte Kündigung nachweisen. Stichtag für die Kündigungsfrist ist das Datum, an dem das Kündigungsschreiben beim Versicherer eingegangen ist.

Möglichkeiten der außerordentlichen Kündigung Ihres Verkehrsrechtsschutzes

Sie können u.a. in den folgenden Fällen Ihren Verkehrsrechtsschutz außerordentlich kündigen:

  • Im Schadenfall, wenn der Rechtsschutzversicherung die Leistung unberechtigt ablehnt (Frist: 1 Monat nach Ablehnung)
  • Nach einer Beitragserhöhung, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend verbessert (Frist: 1 Monat nach Eingang des Schreibens der Beitragserhöhung)
  • Wenn mindestens 2 Versicherungsfälle innerhalb von 12 Monaten eintreten und für diese Versicherungsschutz besteht. Achtung: Dann kann aber auch der Rechtsschutzversicherer kündigen

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, idealerweise als Einschreiben mit Rückschein. Dadurch können Sie im Streitfall Ihre fristgerechte Kündigung nachweisen. Stichtag für die Kündigungsfrist ist das Datum, an dem das Kündigungsschreiben beim Versicherer eingegangen ist.

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