Wie kann ich in der Corona-Krise meine Versicherungsbeiträge anpassen

16. April 2021

Was können Versicherungskunden tun, um kurzfristig ihre Ausgaben für Versicherungen zu senken:

1. Lebensversicherungen und betriebliche Altersvorsorgeverträge
Bitte versucht in Eurem eigenen Interesse eine Kündigung oder auch eine Beitragsfreistellung wegen Kurzarbeit zu vermeiden. Stattdessen bieten viele Lebens- und bAV-Versicherer ihren Kunden in dieser Zeit besonders günstige Regelungen einer Beitragsstundung. Ihr braucht keine Beiträge während der Corona-Krise zu zahlen, trotzdem bleibt Eurer Versicherungsschutz bestehen. Sobald Ihr wieder ein normales Einkommen habt, könnt Ihr die ausstehenden Beiträge in Raten nachzahlen oder wenn Ihr das dann nicht könnt, den Vertrag später noch anpassen.
Bei privaten, staatlich nicht geförderten Lebensversicherungen könnt Ihr den Vertrag bestehen lassen und über ein Policendarlehen sogar Geld entnehmen, wenn es finanziell besonders eng wird.

2. KFZ-Versicherung für Firmenkunden
Viele Firmen mussten ihren Betrieb vollständig einstellen und können die Betriebs-KFZ nicht mehr nutzen. Die Zulassungsstellen sind jedoch vielerorts geschlossen, sodass die KFZ nicht abgemeldet werden können, um Versicherungsbeiträge und KFZ-Steuern zu sparen. In dieser Situation bieten viele Versicherer ihren Firmenkunden eine beitragsfreie Ruheversicherung an.

3. Private oder betriebliche Krankenzusatzversicherungen
Einige Versicherer bieten eine sog. beitragsfreie Ruhendstellung für einen längeren Zeitraum an. Der Vertrag bleibt ohne Leistungsanspruch während des Ruhezeitraums bestehen, es werden jetzt und später keine Beiträge fällig, aber die Vorteile des Vertrags (z.B. günstigere Eintrittsalter, keine neue Gesundheitsprüfung) bleiben erhalten.

4. Wenn jetzt der Jahresbeitrag für die Sachversicherung fällig wird
Sollte jetzt ein hoher Jahresbeitrag für einen Versicherungsvertrag fällig werden, könnt Ihr den Vertrag auch kurzfristig auf vierteljährliche oder monatliche Zahlungsweise umstellen. Einige kulante Versicherer machen das sogar, ohne Ratenzahlungszuschlag.
Auch in der Sachversicherung für Privatkunden bzw. Firmenkunden und Selbstständige gibt es Versicherer, mit denen sich eine zinsfreie Beitragsstundung bei vollem Versicherungsschutz vereinbaren lässt.
Da durch den wirtschaftlichen Einbruch der Umsatz im laufenden Jahr deutlich geringer sein wird, kann auch eine Absenkung des Beitrags in der Betriebshaftpflicht mit dem Versicherer verhandelt werden.
Wenn im Einzelfall auf den Versicherungsschutz ganz verzichtet werden kann, bieten Versicherer auch eine Ruhendstellung ohne Leistungsanspruch an. Der Vorteil dieser Lösung ist eine sofortige finanzielle Entlastung ohne Einhaltung der üblichen Kündigungsfristen von 3 Monaten.

5. Versicherungsschutz gezielt reduzieren
Wenn das Geld knapp wird, solltet Ihr überlegen, ob statt des teuren Premiumtarifs nicht auch ein guter Normaltarif ausreichend Schutz bietet. Eine Vertragsumstellung ist jederzeit auch kurzfristig möglich. Aber macht Euch bitte vorab schlau, denn manchmal sind die billigsten Basistarife so leistungsschwach, dass im Versicherungsfall keine ausreichende Erstattung erfolgt.
Und wolltet Ihr für den alten Zweitwagen nicht längst schon von Vollkasko auf Teilkasko wechseln?
Bei einer Summenversicherung, z.B. in der Unfallversicherung, könnt Ihr durch die Absenkung der Versicherungssumme deutlich sparen und habt dennoch einen Grundschutz erhalten.
Immer eine sehr einfache und grundsätzlich überlegenswerte Möglichkeit die Beiträge zu senken, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung.

6. Beitragsfreiheit bei Arbeitslosigkeit
In vielen besseren Tariflinien ist Beitragsfreiheit bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit enthalten. Also bitte nicht gleich den Vertrag kündigen, sondern erstmal einen Blick in den Versicherungsschein bzw. die Versicherungsbedingungen werfen.

7. Letzte Möglichkeit Verträge kündigen
Manchmal sammeln sich über die Jahre auch Versicherungen an, die nicht wirklich existenziell (z.B. die Handyversicherung) bzw. die in Vergessenheit geraten sind. Regelmäßig ist in den Verträgen eine dreimonatige Kündigungsfrist enthalten, sodass hier keine schnelle finanzielle Entlastung möglich scheint. In neueren Verträgen sind die Fristen aber teilweise deutlich kürzer.


Euer Versicherungsberater bietet Euch auch in dieser Situation passende Lösungen
Und überhaupt könnte man jetzt die freie Zeit nutzen, grundsätzlich über das eigene Versicherungsportfolio nachzudenken. Viele Verträge altern über die Zeit und haben kein optimales Preis-Leistungsverhältnis.
Bevor Ihr Verträge aber kündigt oder anpasst, sprecht mit Eurem Versicherungsberater - der hat jetzt garantiert auch Videoberatung im Serviceangebot.

Bleibt gut abgesichert und gesund!

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